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Skulpturenpfad in Werther mit vielen pfiffigen Ideen

Aliens landen im Stadtpark

Werther (WB). »Ohne Worte« heißt das Werk von Rainer Ern, das vor dem Stadtparkteich zwei grüne, an Aliens erinnernde Figuren zeigt. Und dennoch bedurfte es vieler Worte, um den Hintergrundgedanken und die Wirkung seiner Skulptur unter den vielen Besuchern des achten Skulpturenpfades zu diskutieren.

Freya Schlottmann

Es wirkt so, als stünden zwei grüne Außerirdische im Stadtpark in Werther. Foto: Freya Schlottmann

Die Kreationen von 23 Künstlern sind zwischen Stadtpark und Haus Werther ausgestellt und vielfach begutachtet worden. So auch die Installation von Norbert Luebker. Passend am Anfang des Rundganges hat er im Wertheraner Stadtpark ein monströses Willkommensschild aufgebaut. Und die Monstrosität bezieht sich dabei nicht nur auf die Größe, sondern auch auf die Optik.

Was den einen oder anderen Besucher vielleicht irritiert haben mag, sind die böse dreinblickenden »Wächter«, die doch stark an Teufelsgestalten und Unterwelt denken lassen. In Kombination mit bunten Farben hat Norbert Luebker jedoch eine ganz andere Intention im Sinn: »Das Schild bezieht sich auf die Ankunft auf der anderen Seite des Lebens. Zum Beispiel auf das Paradies oder das Land der Träume. Um dort hin zu gelangen, muss man aber manchmal durch die Hölle gehen, um dann mit einem Willkommen begrüßt zu werden«, sagt der Hannoveraner Künstler.

Die achte Ausgabe des Wertheraner Skulpturenpfades, der alle zwei Jahre stattfindet, hat zahlreiche Besucher angelockt und sowohl der künstlerischen und gedanklichen als auch der entdeckerischen Kreativität freien Lauf gelassen. Denn die großen und kleinen, bunten und dezenten Kunstwerke waren über den Wandelgang von der Grundschule über die Mühlenwiese bis zum Schlösschen nicht nur auffällig im grünen Terrain drapiert, sondern gelegentlich auch in die Eigenheiten der Umgebung eingebunden. In seiner Einführungsrede betonte David Riedel vom Böckstiegel-Haus dazu: »Besonders die Möglichkeit, Kunst mal in einem ungeschützten Raum außerhalb eines Museums zu präsentieren, macht die Wertheraner Veranstaltung so spannend und einladend.«

Entsprechend sind trotz des anfangs sehr schlechten Wetters auch rund 80 Besucher zu Vernissage am Freitag und jeweils etwa 20 Kunstinteressierte zu den Führungen mit Peter Schwieger alias Stan Pete am Samstag und Sonntag gekommen.

Traditionell bewertete eine Jury die Arbeiten und kürte bei der Finissage am Sonntag einen Sieger, dessen Werk dauerhaft den grünen Kern der Stadt zieren darf. In diesem Jahr hat das siebenteilige Werk »Park« von Hinrich Schmieta überzeugt. Aus Beton hat er jeweils 50 mal 50 Zentimeter große Bodenplatten gefertigt, die Ansichten auf verschiedene Parks der Welt abbilden. Wie viele seiner Platten von den Hauptsponsoren der Veranstaltung erworben und wo sie einen dauerhaften Platz finden werden, müsse jetzt allerdings erst noch genauer mit dem Künstler besprochen werden, berichtet Astrid Konradt-Bock von der Projektgruppe »LAIF«, die den Skulpturenpfad mit dem Heimat- und Kulturverein organisiert.

Eine Sonderauszeichnung hat Peter Schwieger erhalten. »Er ist ein sehr kreativer, origineller und konzeptioneller Künstler, der seine interaktiven Werke oftmals aus Teilen seiner Umwelt herstellt und die Besucher einbezieht«, sagte Astrid Konradt-Bock. Für seine »Sirene«, ein Einrad, das durch Ankurbeln einen Sirenenton erzeugt, sowie seinen stets humorvollen und sachlichen Einsatz bei den Führungen durch die Ausstellung hat er eine Urkunde und Blume erhalten.

2019 soll es wieder einen Skulpturenpfad geben. Bei der Organisation hofft die Projektgruppe »LAIF« auf Unterstützung. Im Atelier an der Jöllenbecker Straße 6 oder unter der Telefonnummer 05203/3475 können sich Kunstinteressierte melden.

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