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Bei den Sommerkonzerten des EGW-Talentschuppens swingt das Publikum mit

Bunt und unterhaltsam

Werther (WB). Mit einem »Paukenschlag« beginnt das Sommerkonzert des Ev. Gymnasiums Werther. Mit einem umjubelten »Love my Life« von Robbie Williams geht zwei Stunden später ein unterhaltsamer musikalischer Abend zu Ende. Dabei haben die 140 Mitwirkenden des EGW in zwei Konzerten gezeigt, wie viel Talent in ihnen steckt.

Burkhard Hoeltzenbein

»99 Luftballons« schweben zu den Nena-Klängen von Band und Chor durch den Raum und wecken das Kind in den Eltern auf der Tribüne. Die unterhaltsamen Einlagen geben den beiden Sommerkonzerten der Musiker vom Gymnasium den Pfiff. Foto: Burkhard Hoeltzenbein

Es sind die fein säuberlich ausgearbeiteten Arrangements und die pfiffigen, dosiert eingesetzten Showelemente, die dem Schulkonzert mit seinen vier meist im Verbund auftretenden Elementen Orchester, Chor, Band und Big Band viel musikalische Qualität und Unterhaltungswert verleihen. Die leichte Nervosität, die den Streichern und Bläsern beim Einspielen noch anzumerken ist, verfliegt spätestens beim filigranen Pizzicato mit dem Inspector-Clouseau-Theme. »Den fehlenden Kontrabass spielt heute Erik mit der Tuba«, unterstreicht Orchesterleiter Christoph Horstmann, dass Improvisationskunst Markenzeichen eines guten Orchesters ist.

Auch der Chor singt sich nach schüchternem Beginn zu »Hail Holy Queen« mit dem Sister-Act-Klassiker »I will follow him« frei und hat später einen weiteren wörtlich zu nehmenden bunten Auftritt. Nenas »99 Luftballons« schweben nicht nur klanglich durch die Aula der PAB-Gesamtschule, die sich die Gymnasiasten traditionell für ihr Sommerkonzert ausleihen.

Richtig schmissig wird es mit der Big Band, bei der Michael Henkemeier als musikalischer Gesamtleiter mit rundem Trompetensound und sehr guten Solisten alles an Volumen und Fein-Tuning aus seiner Truppe herausholt. Der Swing-Klassiker »In the mood« oder der »Pink-Panther«-Ohrwurm lassen keinen Zuschauer still sitzen. Dazu hat Katharina Ernst als Solo-Sängerin zu »Bei mir bist Du scheen« ihren Auftritt, zeigt beim »Feeling Good«, dass ihr Soul und Jazz im Blut liegen.

Den Talentschuppen EWG bereichert die seit einem knappen Jahr dort wirkende Karin Kurzeja. Schon der kleine aber feine Auftritt des Junior-Orchesters im ersten Teil des Konzerts verrät die Handschrift der Musikpädagogin. Und ihre Sechstklässler, die sich am Donnerstag und Freitag mit je zwei Klassen im Wechsel vorstellen, erleben mit dem Abba-Dauerbrenner eben nicht ihr »Waterloo«, sondern ernten für ihren erfrischenden Vortrag frenetischen Applaus.

Der Beifall zieht sich wie ein roter Faden durch das mit viel Herzblut und Probenschweiß entstandene Programm, in dem viele Schüler als Sänger und Musiker in Doppel- oder gar Dreifachrollen gefordert sind. »Don’t stop believin’« spielt die Band, das »Ocean« des Chores bedient hohe Ansprüche. Und schließlich geht es ums Abschied nehmen: In diesem Jahr gehen Henkemeier wieder acht Abiturienten »flöten«. Im Vorjahr waren es 32. Das Konzert zeigt, dass der Nachwuchs diese Lücken immer wieder zu schließen weiß.

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