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Michael und Jeanine Maszotta fahren mit dem »Coffee-Bike«

Café auf drei Rädern

Werther-Rotenhagen (WB). Mit einem Café auf drei Rädern rollen Michael und Jeanine Maszotta in die Selbstständigkeit. Ein Kaffee »to go« ist bei ihnen mehr als ein schneller Wachmacher im Vorbeigehen.

Margit Brand

Bohnen sind ihr Metier: Seit einem Jahr sind Michael und Jeanine Maszotta mit ihrem »Coffee-Bike« unterwegs. Foto:

Das Coffee-Bike, mit dem das Ehepaar aus Rotenhagen unterwegs ist, ist ein Hingucker, an dem die Leute stehen bleiben – am Donnerstag, 29. Juni, zum ersten Mal auch in Werther.

Dann fahren die Maszottas bei der Sommervariante der Regio-Messe am Haus Werther (17 bis 20.30 Uhr) vor. »Bewusster leben und konsumieren« ist die Ausstellung mit Musik und regionalen Akteuren überschrieben. Das Motto passt zu den Coffee-Bikern. Sie sind mit einem umweltfreundlichen Fahrrad unterwegs, das trotz seiner professionellen Ausrüstung 18 Stunden ohne zusätzliche Wasser- und Stromzufuhr auskommt. Zudem vermahlen sie vor Ort Espresso-Bohnen aus biologischem Anbau und fairem Handel.

Michael und Jeanine Maszotta gefällt aber auch die Aussicht, an einer kleinen, aber feinen Veranstaltung in ihrem Heimatort mitwirken zu können. Nicht umsonst firmieren sie als »Maszotta Eventagentur«. Sie sind damit Franchisenehmer der Coffee-Bike-Kette, die 2010 von zwei Studenten in Osnabrück gegründet wurde und die heute 213 Fahrräder in 17 Ländern betreibt.

Von Espresso bis Caffe caramello chioccolata

Seit einem Jahr verkauft das Paar auf Messen oder Wochenmärkten, Hochzeiten, Firmenjubiläen, Straßenfesten oder Großveranstaltungen ihre Kaffeespezialitäten vom Espresso bis zum Caffe caramello chioccolata. Und wie das bei einer Tasse Kaffee so ist: Man kommt ins Gespräch. »Wir haben viele nette Menschen kennen gelernt und interessante Kontakte geknüpft«, berichtet Michael Maszotta (47), der seine Arbeitszeit in seinem ursprünglich gelernten Beruf in Pflege und Pflegemanagement zurück gefahren hat. Mehr »Event« in seinem Leben schließt er nicht aus. Vom Haus Werther als Location ist der gebürtige Bielefelder angetan. Ein kleines Streetfood-Festival kann er sich hier gut vorstellen.

Dass sie einmal Kaffee verkaufen würden, hätten die Maszottas dagegen lange Zeit nicht für möglich gehalten. Ein Freund, selbst Coffee-Biker, brachte sie auf die Idee, als Jeanine Maszotta (44) nach ihrem Umzug in ihre Wahl-Heimat Werther auf Job-Suche war. Als Sekretärin ist sie heute zugleich Fachfrau fürs Buchhalterische, das natürlich auch erledigt werden will, wenn die Siebträger-Maschine längst wieder gesäubert und der Anhänger auf dem Hof gegenüber der Bethlehemskirche geparkt ist.

Dann servieren die Existenzgründer daheim am Küchentisch übrigens leckeren »Prütt-Kaffee« nach Omas Art. Die große Technik mit Siebträger und Mahlwerk kommt unterwegs mit dem Kaffee-Fahrrad zum Einsatz. Eine halbe Tonne wiegt das Gefährt, das neben 40 Litern Milch für feinsten Schaum und diversen Sirupflaschen auch Tee und frische Orangen an Bord hat. Es soll ja Leute geben, die keinen Kaffee mögen.

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