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Wenn die A33 fertig ist: Verkehrsprognosen und ihre Unwägbarkeiten

Da rollt was auf Werther zu

Werther (WB). Feierabendzeit in Werther – das ist auch die Zeit langer Autoschlangen. Zwei im Berufsverkehr stark frequentierte Landstraßen treffen an der Ampelkreuzung aufeinander. Der Landesbetrieb Straßen NRW hat untersuchen lassen, ob Werther durch die Fertigstellung der A 33 Ende dieses Jahres stärker belastet wird.

Klaus-Peter Schillig

Knotenpunkt Ampelkreuzung: Zur Rush-Hour müssen Autofahrer hier schon jetzt mitunter viel Geduld aufbringen. Was ändert sich, wenn Ende des Jahres die Autobahn in Halle fertig ist? Es gibt Prognosen, doch die Realität bleibt abzuwarten. Foto: Klaus-Peter Schillig

Die Prognosen stammen aus November 2011 und haben damals drei Situationen durchgerechnet: Autobahnende am Schnatweg, Autobahnende an der Westumgehung in Halle (seit Januar 2019) und die Entwicklung nach dem Lückenschluss. Für die L 785 zwischen Dornberg und Werther sind für die jetzige Situation 10.000 Fahrzeuge pro Tag vorausgesagt worden, im kommenden Jahr mit komplett fertig gestellten Autobahn sollen es dann 11.000 sein. Wo die zusätzlichen 1000 Fahrzeuge an der Ampelkreuzung bleiben, wird allerdings offen gelassen. Denn für die hier abzweigende Landstraße 782 nach Halle sehen die Verkehrsexperten rückläufige Zahlen.

Spenge nicht im Blick

Auf dem ersten Abschnitt (Haller Straße) sind für dieses Jahr 14.500 Fahrzeuge geschätzt, davon rollen 7.500 über die K 49 (Osningstraße/Grüner Weg) von und nach Ascheloh, 7000 auf dem Teilstück bis zur Haller Westumgehung. Nach Borgholzhausen fahren 3500 Fahrzeuge auf der L 785 weiter. Dieser Abschnitt bis zum Hapkenberg-Kreisel bleibt in den Zahlen für das kommende Jahr aber unberücksichtigt. Hinter dem Kreisel Richtung Pium werden in beiden Jahren 9500 Fahrzeuge vorhergesagt. Auf der Haller Straße sollen dann aber 2000 Fahrzeuge weniger unterwegs sein, nämlich 12.000, von denen wiederum 6000 in beiden Richtungen über die K 49 fahren.

Unberücksichtigt gelassen haben die Verkehrs-Gutachter für die Zeiten vor und nach der A33-Fertigstellung den Verkehr auf der Engerstraße, der Fortsetzung der L 785 durch Werther Richtung Spenge. Wieviele Fahrzeuge zieht die Autobahn aus diesem Teil des Kreises Herford an? Und was kommt aus dem niedersächischen Bereich über Theenhausen (wenn dort wieder freie Fahrt herrscht), um die A 33 Richtung Süden zu erreichen?

Lücken in der Prognose

Offensichtlich ist auch dieser Aspekt in den Prognosen außen vor gelassen worden, denn das Verkehrsaufkommen auf dem Abschnitt der L 785 zwischen Kreisel Hapkenberg und Borgholzhausen soll konstant bei 9500 Fahrzeugen pro Tag bleiben. Allerdings erhöht sich der Verkehr auf dem Teilstück über den Hapkenberg von 6000 auf 6500 Fahrzeuge. Möglicherweise vemuten die Gutachter ein paar hundert Autofahrer, die über die Borgholzhausener Straße und den Hapkenberg in beiden Richtungen ausweichen, um die Haller Straße zu umfahren.

Was wirklich auf die schon hoch belastete Ampelkreuzung Werther zukommt, bleibt noch offen und dürfte erst durch eine Verkehrszählung nach dem A33-Lückenschluss zu ermitteln sein. Prognosen bleiben nämlich schwierig, nicht zuletzt weil besonders auswärtige Autofahrer sich gern auf ihr Navi verlassen. Da wird für den augenblicklichen Status etwa für die B 68 zwischen Kreisstraße und Schnatweg von maximal 4000 Fahrzeugen pro Tag ausgegangen. Nach dem Lückenschluss sollen hier wieder 11.000 Autos täglich unterwegs sein. Gleichzeitig schnellen die Zahlen auf der A33 hoch von jetzt 25.500 auf 41.500.

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