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Wertheraner Gesamtschüler erwirtschaften beim Afrika-Tag Spenden für die Partnerschule

Das Motto heißt Solidarität

Werther (WB/mat). Die Schwestern Anna-Lena und Marie-Claire Lakebrink hätten ihren Einsatzort kaum passender wählen können. Denn während sie beim Photovoltaik-Unternehmen Geoplex in Halle arbeiteten, hatten sie ihr Ziel stets vor Augen: Geld für die Solaranlage ihrer kenianischen Partnerschule zu verdienen.

Gemeindepädagoge Sebastian Plath zeigt Chiara Lia di Battista die Abläufe beim Mittagstisch im Martin-Luther-Haus. Foto: Mattana

Zum vierten Mal schwärmten alle Schüler der PAB-Gesamtschule zum Afrika-Tag aus. »In diesem Jahr möchten wir vor allem Geld für die letzte Rate der Photovoltaikanlage auf dem Dach unserer Partnerschule sammeln«, sagt Ulrich Wirths, Vorsitzender des Afrika-Clubs. Diese hat eine deutsche Schülergruppe voriges Jahr gemeinsam mit einer einheimischen Firma montiert. Und nachdem vor wenigen Wochen der Gegenbesuch der Kenianer in Werther anstand, wollen die Gesamtschüler umso mehr helfen: »Unser Motto ist Solidarität. Wir alle haben das Glück, in einem wohlhabenden Land geboren zu sein. Unsere Partner haben das leider nicht«, sagt Wirths.

20 Fahrräder für 400 Schüler

So soll neben der Solaranlage auch die Anschaffung von zehn neuen Schulfahrrädern durch den Afrika-Tag finanziert werden. Aktuell stehen den 400 Schülern der Gituru Secondary School 20 Räder zur Verfügung. »Zum Teil laufen die Schüler zwei Stunden zu Fuß zur Schule«, berichtet Ulrich Wirths, der persönlich dafür sorgen wird, dass alle Spenden in dem kleinen Ort auf der Hochebene Kinangop ankommen.

Dort möchte der Afrika-Club mit seinen derzeit 200 Mitgliedern außerdem einen Fonds einrichten, aus dem das Schulgeld bei Bedarf finanziert werden kann. Denn obwohl dies im Monat nur etwa zehn Euro beträgt, können viele Eltern das Geld kaum aufbringen – schließlich verdient ein kenianischer Lehrer gerade einmal 100 Euro im Monat, während die Bauern meist nur von der Tauschwirtschaft leben.

1400 Schüler im EinsatzM

Um diesen Menschen zu helfen, legten sich die etwa 1400 PAB-Schüler also ordentlich ins Zeug. Anna-Lena und Marie-Claire Lakebrink etwa brachten den Geoplex-Fuhrpark auf Vordermann und spendeten ihren Lohn direkt an den Afrika-Club. Unterdessen engagierte sich die 14-jährige Chiara Lia die Battista beim Mittagstisch im Martin-Luther-Haus in Halle: »Über den Jugendkreis und den Gottesdienst bin ich auf die Idee gekommen, hier zu helfen.« Und obwohl sie für den ehrenamtlichen Dienst kein Geld bekommt, spendet ihr Vater für das Kenia-Projekt – schließlich hat die Familie vor einigen Wochen selbst eine afrikanische Gastschülerin aufgenommen und weiß, wie dringend ihre Unterstützung dort gebraucht wird.

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