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Baugebiet Blotenberg in Werther: 300 Seiten Einwendungen stehen zur Debatte

Die Stunde der Wahrheit naht

Werther (WB). Beginnt Dienstagabend der große Showdown? Nach jahrelangem politischen Tauziehen um das Baugebiet am Blotenberg beginnt der Planungsausschuss um 18 Uhr damit, sich durch die Vielzahl der Einwendungen gegen die geplante Siedlung hinterm Hof Overbeck zu arbeiten.

Margit Brand

Noch eine unbebaute Wiese, im Hintergrund die Waldheimat: das umstrittene Neubaugebiet Blotenberg Foto: Margit Brand

Die Sitzung ist extra ins Haus Werther verlegt, weil mit einem großen Besucherandrang gerechnet wird. Am Ende der Debatte, das allerdings noch nicht an diesem Abend erwartet wird (eine zweite Sondersitzung ist für Dienstag, 12. März, 18 Uhr anberaumt), steht dann der Satzungsbeschluss zur Abstimmung – quasi der politische grüne Haken für die vorliegende Planung.

Neue Grundstücke – ja oder nein

Viel Papier liegt auf dem Tisch: Auf mehr als 300 Seiten sind Bedenken und Hinweise dargelegt, die von privater und auch öffentlicher Seite vorgebracht werden. Dem gegenüber stehen nicht weniger als 64 Seiten Begründung der Stadtverwaltung, die darauf setzt, dass das Neubaugebiet endlich grünes Licht bekommt. Der Ausgang des Verfahrens ist für Werther von großer Bedeutung. Es geht um die Frage, ob die Böckstiegelstadt in absehbarer Zeit in größerer Zahl Grundstücke für neue Häuser und Wohnungen zur Verfügung stellen kann oder eben nicht.

Die letzten großen Projekte dieser Art liegen lange zurück: Das Speckfeld startete 1994, das Süthfeld folgte 1997. Danach gab es durchaus weitere Neubauten, aber oft nur auf kleinem Raum oder gezielt dort, wo Eigentümer konkrete Pläne für die Grundstücke hatten. Nahezu alle sind umgesetzt.

Nur noch 16 Baulücken

Daneben steht der Versuch, vereinzelte Baulücken nutzbar zu machen. Davon – so ist in der Ausschussvorlage nachzulesen – sind aktuell in Werther 13, in Häger zwei sowie eine in Theenhausen verfügbar. Das sind weniger, als lange angenommen. Die letzte Überarbeitung 2017 habe gezeigt, dass einige Lücken inzwischen bebaut und die meisten übrigen Eigentümer nicht mehr verkaufsbereit seien, berichtet die Stadt. Von vorher 76 Eigentümern möchten demnach 44 nicht länger, dass ihre Kontaktdaten an Bauwillige weitergegeben werden.

Das bestreben, alte Häuser jungen Familien schmackhaft zu machen, habe auch nur begrenzt Erfolg, bilanziert die Stadt. Es sei schwierig, hier steuernd einzugreifen.

Die Nachfrage nach Bauland indes sei ungebrochen. Aktuell liegen im Rathaus 117 Anfragen von Privatleuten sowie von 24 Investoren (für Geschosswohnungsbau) vor. Die Erweiterung des Süthfelds – gern als Alternative zum Blotenberg genannt – sieht die Verwaltung nicht als solche an. Die schwierige Anbindung ans Straßennetz wird hier angeführt.

Über jede Einwendung wird abgestimmt

In ihrem Plädoyer für den Blotenberg geht die Verwaltung damit bereits auf einige Kritikpunkte ein, die in den Einwendungen vorgebracht werden. Gleichwohl wird während der Sitzung jeder Themenkomplex (teils sind gleichlautende Einwendungen zusammengefasst) aufgerufen und zur Abstimmung gestellt. Es dürfte ein langer Abend werden.

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