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Konzert der Jacobi Gospel Singers und des African Music-Workshops

Ein vielstimmiges Amen

Werther (WB). »Wunderbar«, »wunderschön« lautet der Tenor der Besucher über das stimmungsvolle Konzert der Jacob Gospel Singers und des African Music-Workshops in der Jacobikirche Werther. »Hätte ich das gewusst, hätte ich mich vorher beim Chor angemeldet« sagt Karin Noak, die mit ihrem Mann von Stuttgart frisch nach Werther gezogen ist.

Anna Lisa Tibaudo

Nach dem großen Schlussapplaus bedanken sich die Chormitglieder bei Bridget Ngeiyamu für den afrikanischen Workshop mit Geschenken: (von links) Thorsten und Ursula Schmolke, Ires Dyszack, Bridget Ngeiyamu, Elke Habigsberg-Pott. Foto: Anna Lisa Tibaudo

Zwei musikalisch bewegte Tage liegen hinter den Sängern mit Bridget Ngeiyamu bis zu diesem gelungenen Konzert. Die eigens dafür aus Tansania angereiste Chorleiterin ist mit Pfarrerin Silke Beier befreundet. So ist auch die Idee zu diesem afrikanischen Workshop mit Gesang, Percussion und Tanz anlässlich des zehnjährigen Chorjubiläums entstanden. Bridget sprach Englisch und Swahili und Pastorin Beier übersetzte. Viele große und kleine handgemachte Trommeln und Rasseln hat Bridget dafür aus ihrer Musikschule in einem 3000 Einwohner-Dorf nahe Uganda, mitgebracht – doch vor allem viel afrikanischen Rhythmus.

Schwieriger Off-Beat

Den wollte sie den Wertheranern nahebringen. Aber das war gar nicht so einfach: Denn er ist einfach anders. Musiker nennen ihn Off-Beat. Er liegt zwischen den Zählzeiten eines Metrums. »Das ist schon schwierig. Da wird das akustische Gedächnis trainiert«, fand Sängerin Lydia Kortenbusch. »Das ist eine unterschiedliche Kultur des Singens. Das geht nach dem Muster vorsingen – nachsingen«, erklärte Ursula Schmolke, Chorleiterin der Jacobi Gospel Singers. »Wir dagegen sind von klein an auf Schrift oder Noten gepolt. Da stoßen halt zwei Welten aufeinander.« Hinzu kam, dass es »vielen Wertheranern schwer fällt in den Körperausdruck zu gehen, sich zu bewegen und frei zu singen«, meinte Mitstreiterin Anette Lindemann.

Loblied auf Swahili

Aber die geduldige Bridget, die weltweit mit ihren Workshops unterwegs ist, lobte die Wertheraner und sagte, dass sie eine der besten Klassen seien – »very nice.« Die rund 50 Teilnehmer schlugen sich tapfer. Beim Konzert klang es mühelos. Beim Einzug in den Kirchenraum sangen sie auf Swahili das Loblied »Ni vema kumwimbia« (Es ist gut singend Gott zu preisen) begleitet von lauten Trommeln und Rasseln im Altarraum. Und wie interessant ein vielstimmiges Amen mit afrikanischem Rhythmus klingen kann, davon konnten sich die rund 200 Zuhörer ebenfalls überzeugen. Den Hauptteil des Konzerts trugen die Jacobi Gospel Singers mit zehn abwechslungsreichen melodischen Gospels des Komponisten Micha Keding, wie »We are here«, »In my father’s house«, »Siyakubonga« und »Thankful.« Begleitet wurden sie dabei am Klavier, an der Gitarre und am Schlagzeug von Familie Schmolke. Die Dankbarkeit stand im Mittelpunkt des Konzerts und wurde von den Sängern mit andachtsähnlicher Anmoderation vor den Stücken thematisiert, beispielsweise bedankte sich Ires Dyszack für zehn Jahre Gospelchor.

Nach dem großen Schlussapplaus bedankte sich Schmolke für das unvergessliche Erlebnis. Jörg Spitzer von der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) machte darauf aufmerksam, wie wichtig für ein gutes Miteinander der verschiedenen Kulturen das gemeinsame Singen und der musikalische Austausch ist.

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