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Leichte Verzögerung durch Wintereinbruch: Neuer Brunnen Schanze liefert in Werther bald wieder weiches Wasser

Eine Besserung ist in Sicht

Werther (WB)

Der Sachverstand interner Experten soll öfter und stärker genutzt und externe Büros nur für im Rathaus nicht leistbare Spezialaufträge bestellt werden. Diese Vorstellungen der Fraktion »Werther – Das geht anders« finden bei den übrigen Mitgliedern des Betriebsausschusses keine Resonanz.

Johannes Gerhards

Der Neubau des Brunnens Schanze (hier ein Foto von der Bohrung im November) ist fast abgeschlossen. Foto: Malte Krammenschneider

Mit elf Neinstimmen und zwei Enthaltungen wurde im Betriebsausschuss ein entsprechender Antrag abgelehnt.

Gleichwohl bewegt das Thema Trinkwasser und die damit verbundenen Probleme wie Kalk, Sulfat, Eintrübungen und Wasserrohrbrüche nach wie vor die Gemüter. Im Rahmen eines Sachstandsberichts gab Bauamtsleiter Jens Kreiensiek während der Sitzung einen Überblick zu bereits fertig gestellten und noch anstehenden Arbeiten.

Aufgrund des zurückliegenden Wintereinbruchs hat sich nach seinen Worten etwa am Brunnen Schanze eine leichte Verzögerung von rund zweieinhalb Wochen ergeben. Gleichwohl sei hier das Brunnenrecht bis Ende 2043 langfristig gesichert. Jetzt müsse sich in der Praxis erweisen, wie es um die jährliche Fördermenge von 210.000 Kubikmetern Wasser steht. Nach drei bis vier Monaten Normalbetrieb werde ein Erfahrungsbericht vorgelegt, kündigt Jens Kreiensiek an.

Bis Ende März, wenn die Duldung erhöhter Sulfatwerte ausläuft, sollen sämtliche Arbeiten im Zuge der Neubohrung inklusive Filteranlagen und Erneuerung der Wasserkammerbelüftung abgeschlossen sein. Die Beschaffung eines stationären Notstromaggregats werde in absehbarer Zeit folgen.

Ein mobiles Aggregat kommt dagegen seit 2020 beim Brunnen Temming zum Einsatz. Hier liegen laut Kreiensiek die im laufenden Jahr vorgesehenen Arbeiten wie Leitungserneuerung einschließlich der Brunnenkopfsanierung und die Beschaffung einer Ersatzförderpumpe im Plan. Der Kreis hat zudem das Brunnenrecht bis Ende März 2027 bewilligt.

Das gilt auch für den Brunnen Kök, wo in den letzten Jahren umfangreiche Renovierungen an Gebäude und Technik vorgenommen wurden. Hier soll in Kürze der Reaktor-Behälter ausgetauscht und eine Förderpumpe als Reserve angeschafft werden. Eine Überarbeitung der Elektrotechnik ist 2022 geplant.

Die Arbeiten an den Hochbehältern Blotenberg und Egge seien ebenfalls weitgehend abgeschlossen, die Sanierung der Außenanlagen liegen ebenso im Plan wie die Beschaffung von Notstromaggregaten. Bei der Sulfat-Messstation am Hochbehälter Egge erfolgt derzeit die Einweisung durch die beauftragte Fachfirma. Zur Absicherung der Trinkwasserversorgung wurde im vergangenen Jahr die Übergabestation Schloßstraße in Betrieb genommen. Die Förderleistung von fünf Kubikmetern pro Stunde kann bei Bedarf auf acht Kubikmeter erhöht werden.

Das Wasserrohrnetz von Werther hat eine Gesamtlänge von 92 Kilometern, davon bestehen 22 Kilometer aus Gussrohren. Die Frage von Wolfgang Böhm (WDGA) nach der frostsicheren Verlegung kann laut Jens Kreiensiek nicht mit absoluter Sicherheit beantwortet werden. Schließlich galten vor 60/70 Jahren andere Standards als heute. Insofern ließen sich Wasserrohrbrüche bei extremen Wetterlagen wie dem jüngsten Kälteeinbruch nie grundsätzlich vermeiden.

Gespräche mit Fachbetrieben über einen systematischen Leitungsaustausch, der bisher hauptsächlich punktuell im Rahmen von Straßenbauarbeiten erfolgte, seien aufgrund der Kontaktbeschränkungen hinten an gestellt worden. Jens Kreiensiek kann sich in diesem Zusammenhang eine Regelung per Hausmeistervertrag vorstellen, wo pauschal eine zu sanierende Streckenlänge vereinbart wird, die dann je nach Bedarf abgearbeitet werden kann.

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