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Das Ein-Euro-Ticket für den Bürgerbus Werther ist nicht ohne weiteres umzusetzen

Eine halbe Million für eine Bushaltestelle

Werther (WB/jog). Die barrierefreie Umgestaltung der Bushaltestellen an der Grundschule Langenheide und der PAB-Gesamtschule soll mit entsprechenden Fördermitteln umgesetzt werden. Zwei weitere Projekte werden zunächst verschoben, und auch dem SPD-Antrag auf Einführung eines Ein-Euro-Tickets für den Bürgerbus konnte nicht ohne weitere Prüfung entsprochen werden.

Für diese abgeänderte Planungsvariante sollen Fördermittel beantragt werden. Sämtliche Bushaltestellen befinden sich auf der zur PAB-Gesamtschule weisenden Straßenseite (oben im Bild). Foto: Stadt Werther

Bereits im Mai 2020 hatte sich der Haupt- und Finanzausschuss für einen Umbau der Bushaltestelle Weststraße ausgesprochen. Der später vom Rat verworfene Planungsentwurf sah auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite der heutigen Buswendeschleife Bushaltepositionen vor. Bei einem Ortstermin mit dem stellvertretenden Schulleiter Michael Strangmann wurde diese Variante negativ bewertet. Die Schule befürwortet dagegen eine Gesamtanlage mit Haltepunkten ausschließlich auf der Schulseite der Weststraße. Das erspare den Schülern die Querung der Straße und der Schule die Bereitstellung zusätzlichen Aufsichtspersonals.

UWG bemängelt hohe Kosten

Der angepasste Plan wurde nun im Haupt- und Finanzausschuss einstimmig bei einer Enthaltung verabschiedet und vom Rat bestätigt. Uwe Gehring (UWG) bemängelte die hohen Kosten für den Umbau der Haltestelle, die sich auf nach Angaben der Verwaltung rund 522.000 Euro belaufen. Auch die Haltestelle Langenheide werde mit etwa 160.000 Euro etwas 20.000 Euro teurer als ursprünglich vorgesehen. Offensichtlich habe es sich bei den Unternehmen herum gesprochen, dass die öffentliche Hand weniger Druckmittel bei der Vergabe von Bauaufträgen hat, lautete die Ansicht vieler Ausschussmitglieder.

Bis zum Jahresende 2020 soll die Vorplanung zu einer Entwurfsplanung entwickelt und ein Zuschussantrag bei der Förderstelle des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe gestellt werden. Um ein Jahr verschoben werden dagegen die Planungen für die Haltestelle Kök, weil sich der Landesbetrieb Straßen NRW dazu noch nicht explizit geäußert hat. Er zeigte sich darüber hinaus nicht einverstanden mit den Vorschlägen zur Umgestaltung der Haltestelle Schwarzer Weg. Hierzu müssen wohl noch weitere Abstimmungsgespräche geführt werden, ohne sich die Option Kreisverkehr zu verbauen, wie Andreas Honsel (FDP) anmerkte. Insofern entschieden die Ausschussmitglieder, die ursprünglich zum Gesamtpaket gehörenden Maßnahmen auszulagern und ins kommende Jahr zu verschieben.

Teufel steckt im Detail

Auch beim Thema Ein-Euro-Ticket steckt der Teufel im Detail. Aufgrund langsam aber stetig zurückgehender Fahrgastzahlen wollte die SPD die Tarifstruktur anpassen und der „nicht zu den Großverdienern gehörenden Nutzergruppe“ ein Entlastungsangebot machen, begründete Fraktionsvorsitzender Georg Hartl den Antrag. Bei 1700 Einzelfahrten beliefen sich die städtischen Aufwendungen auf überschaubare 3000 Euro, wenn der jetzige Fahrpreis von 2,50 Euro auf einen Euro abgesenkt werde.

Bürgermeisterin Marion Weike erklärte, dass der Verkehrsverbund OWL damit nicht einverstanden sei, weil Fahrgäste anderer Linien benachteiligt würden. Womöglich sei eine entsprechende Regelung lediglich auf das Neun-Uhr-Ticket oder die Monatskarten anwendbar. Birgit Ernst (CDU) regte an, den zum Prüfauftrag umgewandelten Antrag dahingehend zu ergänzen, ob Vergünstigungen für bestimmte Nutzergruppen in Frage kommen könnten. Uwe Gehring erkannte die Notwendigkeit, „kreativ zu werden“, um das vorbehaltlos zu unterstützende Vorhaben zu realisieren.

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