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Stichtag 7. April 2018: Neues Museum in Werther bleibt weiterhin im Kostenplan

Eröffnung an Böckstiegels Geburtstag

Werther (WB). Optimisten hatten zwar auf den Herbst gesetzt. Die Eröffnung des neuen Böckstiegel-Museums wird aber erst am 7. April 2018 gefeiert – am 129. Geburtstag des Künstlers und genau zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich.

Klaus-Peter Schillig

Auf der Baustelle vor dem Böckstiegel-Haus (im Hintergrund) geht es gut voran. Peer Gertenbach (von links), Ursula Bolte, Elke Hardieck, Renate Behlert, Lilian Wohnhas und David Riedel haben deshalb den Eröffnungstermin des Museums verkündet. Foto: Schillig

Peter August Böckstiegel gebührt die erste Ausstellung in dem Neubau direkt vor dem Geburtshaus des Künstlers. Für drei bis vier Monate wird David Riedel als künstlerischer Leiter größtenteils Werke aus dem Nachlass des »westfälischen Expressionisten« zeigen, ergänzt um sechs Leihgaben aus der Region. »Da wird Böckstiegel in ganz anderer Qualität zu sehen sein«, schwärmt Riedel schon jetzt von den neuen Möglichkeiten des Museums.

Sitzung des Kuratoriums

Der Eröffnungstermin war ebenso Thema bei der Sitzung des Kuratoriums der Böckstiegel-Stiftung am Donnerstag wie die Vergabe von zwei großen Baugewerken, die in der Vergangenheit den gesetzten Kostenrahmen zu sprengen drohten, wie Kuratoriums-Vorsitzende Elke Hardieck berichtete. Fassadenverkleidung und Dacheindeckung, beides ursprünglich in kleinteiligen Riemchen aus Kirchheimer Muschelkalk geplant, sind nach zwei Ausschreibungsversuchen mit zu teuren Angeboten noch einmal überarbeitet worden. Die Gewerke sind erstens getrennt und zweitens etwas abgespeckt worden.

Die Platten an der Fassade werden größer, was den Materialeinsatz für die Aufhängung und den Arbeitsaufwand erheblich reduziert. Das Dach wird mit einer Mischung aus Quarzsand und Gesteinsmehl eingestreut und gebunden. »So erhalten wir die Einheit von Fassade und Dach sowie den Charakter des Gebäudes als liegender Monolith«, fassen Elke Hardieck und Stiftungs-Geschäftsführerin Beate Behlert zusammen. Und Projektsteuerer Peer Gertenbach vom Büro Oehme & Partner fügt auch die finanzielle Auswirkung hinzu: »Jetzt bleiben wir hier sogar etwas unter unserem Budget.«

Dach wird gegossen

Nächste wichtige Schritte auf dem Bau: Am 24. Mai rücken die Betonmischer an, um das Dach zu betonieren, auf dem jetzt die Heiz- und Kühlschlangen für die Betonkerntemperierung ausgelegt sind. Wenn Mitte Juli die Fassade montiert wird, sind die schon Fenster drin, dann wird parallel der Innenausbau anlaufen. Der geht schneller als beim normalen Hausbau, weil viel Technik schon gleich in den Beton der Böden, Decken und Wände eingegossen worden ist.

Anmeldungen schon möglich

Die Zeit bis zum 7. April soll nicht nur technisch für das Einfahren der Klimatechnik und das Trocknen des Baus genutzt werden, sondern auch für die künstlerische Arbeit. Es wird im Böckstiegel-Haus noch einmal ein volles Jahresprogramm an Workshops und Führungen geben. Während der Winterpause kann der eigene Bestand ins Depot des Museums überführt werden. Und auch Lilian Wohnhas als Leiterin der Kunstvermittlung freut sich über die zusätzliche Zeit der konzeptionellen Arbeit, auch für die Verknüpfung von Führungen in Museum und Künstlerhaus. Anmeldungen für die Zeit nach dem 7. April sind ab sofort möglich.

Stiftung-Vorstandsvorsitzende Ursula Bolte ließ durchblicken, dass es gelungen sei, weitere Zustiftungen und Spenden bei betuchten Liebhabern von Böckstiegel zu erreichen. Trotz allen Ringens um Kosten und Details lobte sie die gute Zusammenarbeit in allen Gremien und die Spendenbereitschaft. »Dies ist ein Projekt, für das es sich lohnt.«

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