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Freizeitverein und »Sedan« sind gerüstet für die WM-Übertragungen in Werther

Es kann losgehen

Werther (WB/bec/mat). Jetzt ist die deutsche Nationalelf am Zug. Der Freizeitverein Werther und auch die Gaststätte »Sedan« haben ihre Vorbereitungen getroffen, damit die WM in fröhlicher Runde zu einem Fest werden kann. Jetzt müssen Jogis Jungs nur noch gewinnen.

Gerhard Hespen, Saskia Kemna, Paul Stroh, Vera Consbruch, Manfred Hölling, Marion Weike, Petra Kania, Marco Tech, Martin Schulze, Udo Schimmel und Knut Weltlich fiebern mit. Foto: Margit Brand

Denn dann ist die Stimmung beim Public Viewing natürlich besonders gut. Im urigen Ambiente am Haus Werther hat das Public Viewing längst selbst eine Fan-Gemeinde. Zwei Drittel der Besucher seien Stammpublikum, sagen die Veranstalter, die dieses Jahr bei der Ausrichtung Hilfe von Bewohnern der »flex«-Eingliederungshilfe in der Waldheimat erhalten. »Sonst haben wir selbst gemeinsam Fußball geschaut, diesmal richten wir einen Shuttle ein«, sagt Mitarbeiterin Petra Kania. Nicht nur zum Gucken: 16 Leute packen auch beim Auf- und Abbau und beim Service mit zu.

Um ein Haar wäre der beliebte WM-Treff ausgefallen. Sponsoren (Kreissparkasse, Innogy, die Elektrizitätswerke Werther, Volksbank und Bankverein) haben buchstäblich in letzter Sekunde dafür gesorgt, dass die schon geplante Absage abgesagt werden konnte. Auch sonst gibt es Auflagen zu beachten: »Keine mitgebrachten Alkoholika, Pyro-Technik, Vuvuzelas und Megafone«, bittet Vorsitzender Knut Weltlich. Ein Sicherheitsdienst, der dank der finanziellen Unterstützung engagiert wurde, wird am Eingang kontrollieren. Einlass ist eine Stunde vor Spielbeginn, Eintritt frei.

Während am Haus Werther die Spiele mit deutscher Beteiligung und in jedem Fall Halb- und Finale gezeigt werden, rollt das »Sedan« jedem Spiel den Rasen aus. Buchstäblich. Denn auf 300 Quadratmetern (zum Teil zugemieteter Fläche) wird es ein grüner Biergarten (300 Plätze) sein, in dem Fans gemeinsam mitfiebern können. Inhaber Abram Adrian, der nur zu so großen Fußballfesten zum Fan wird, verlängert dafür die Öffnungszeiten in den frühen Nachmittag hinein. Übertragen wird in Ultra-HD auf einem Monitor mit einem Durchmesser von 2,80 Metern. »So haben wir ein viel klareres Bild als auf einer Leinwand«, sagt Abram Adrian.

Tippspiele gehören bei beiden Veranstaltungen dazu. Erlebnisausflug für »elf Freunde« und Freibier gibt es hier, Fanartikel, Fußbälle und Gutscheine dort zu gewinnen. Und am Ende vielleicht die Weltmeisterschaft.

Kommentar

Der Freizeitverein legt sich ins Zeug, das beliebte Rudelgucken zu familienfreundlichen Preisen zu ermöglichen. Es ist wie so oft: Die einen feiern, die anderen schwitzen. Und das schon im Vorfeld. Welcher Aufwand betrieben wird und welche Klippen dabei zu umschiffen sind, sieht keiner. Beispiel Sicherheit: Wer von den Besuchern wäre bereit, persönlich dafür zu bürgen? Ein Vereinsvorstand muss im Zweifel den Kopf hinhalten.

Deshalb ist es gut, wenn Ehrenamt Schützenhilfe erhält. In diesem Fall durch Sponsoren, aber das gilt für andere Bereiche, Veranstaltungen oder Vereine genauso. Auflagen, Verordnungen (aktuelles Beispiel: Datenschutz) oder die Tücken des deutschen Vereinsrechts machen es engagierten Menschen des öfteren schwer. Dabei wollen sie in erster Linie doch nur eines: dem Gemeinwohl etwas Gutes tun. Das gilt es zu würdigen – und zu unterstützen. Denn ohne bürgerschaftliches Engagement sähe es traurig aus in dieser Welt.                               Margit Brand

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