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Klima-Protest: 250 Wertheraner ziehen vor das Rathaus – mit Video

»Es passiert einfach zu wenig«

Werther (WB). Rund 250 Demonstranten sind Freitag Mittag eingestimmt in die bundesweiten Rufe nach mehr Klimaschutz. Vielleicht nicht ganz so vielstimmig und ganz so laut wie in den umliegenden Orten, aber dennoch deutlich vernehmbar.

Margit Brand

Unüberhörbar zieht der Zug von rund 250 Demonstranten von der Kirche über den Alten Markt weiter bis zum Rathaus. »Wertheraner, wachet auf!«, singen sie. Foto: Margit Brand

»Wir stehen vor einer globalen Herausforderung, und wir haben nur eine Chance. Nutzen wir sie!«, stimmte Organisator Florian Warzecha (18), bis zum Sommer Schüler am Evangelischen Gymnasium Werther, die Menge ein, die sich um 13 Uhr vor dem evangelischen Gemeindehaus eingefunden hatte. Einige hatten zuvor in der Jacobikirche gemeinsam für die Bewahrung der Schöpfung gebetet. Stark vertreten bei der Demo war das EGW mit Lehrern und Schülern, das rechtzeitig sein Sportfest am Meyerfeld beendet hatte.

Kundgebung vorm Rathaus

Liederzettel wurden verteilt, und dann zog der lange Tross aus Jugendlichen, Grundschülern in Begleitung ihrer Eltern sowie weiteren Erwachsenen singend und skandierend über den Alten Markt, durch Rosen- und Ravensberger Straße bis zum Rathaus. Viele äußerten sich unterwegs lobend, dass – wenn auch kurzfristig – für Werther eine eigene Protestaktion ins Leben gerufen wurde.

Bei der entsprechend recht spontanen Abschlusskundgebung vorm Rathaus mahnte Florian Warzecha: »Auch wenn das ›Fridays for Future‹-Engagement inzwischen von vielen Politikern gelobt wird, passiert einfach zu wenig. Auch in Werther«, beklagte sich der angehende Student.

Er reichte das Megafon an Inka Lege und Jana Schwartz aus dem Jahrgang 11 des EGW weiter, die den Bogen spannten von den globalen Folgen des Klima-Wandels bis zu ganz konkreten Forderungen an die Wertheraner Kommunalpolitik: Bürgerwindrad genehmigen, mehr regenerative Energien, mehr Radwege und ÖPNV, mehr Insekten-Grün. Bürgermeisterin Marion Weike bat die anwesenden Ratskollegen an ihre Seite, als sie das Papier entgegen nahm. Die Politik stehe vor der Herausforderung, die Interessen aller gut zueinander zu bringen. »Ich wünsche nicht nur den Schülern, sondern uns allen, dass wir den Schwung von heute mitnehmen und in Sachen Klimaschutz in Werther voran kommen.«

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