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Ausschuss verabschiedet Beschluss zum zweiten Abschnitt in Werther

Grünes Licht für Baugebiet Blotenberg

Werther (WB). In der letzten Sitzung der Wahlperiode haben die Mitglieder des Ausschusses für Planen, Bauen und Umwelt auch den zweiten Bauabschnitt vom Wohngebiet Blotenberg genehmigt. Bei der Abstimmung votierten SPD, UWG und FDP elfmal mit Ja, die fünf CDU-Mitglieder enthielten sich, während drei Vertreter von Grünen und WDGA die Beschlussvorlage ablehnten. Nach den bereits 2019 beschlossenen 2,81 Hektar im ersten Abschnitt sind jetzt weitere 3,37 Hektar für Wohnbebauung freigegeben.

Johannes Gerhards

Auch der Bereich des zweiten Bauabschnittes am Blotenberg ist nun vom Fachausschuss genehmigt worden. Eine Zustimmung im Rat am heutigen Donnerstag wird erwartet. Foto:

Zuvor war Stadtplaner Roger Loh noch einmal ausführlich auf die fast 40 Stellungnahmen der acht Einwender eingegangen. Er hält die Entwicklung des Gesamtgebietes sowohl in Bezug auf den Wohnraumbedarf als auch aus städtebaulicher und wirtschaftlicher Sicht für sinnvoll. Aktuell umfasst die Liste 277 Interessenten für Einfamilienhäuser, 37 Investoren haben sich mit Konzepten für Mehrfamilienhäuser beworben. Damit sei die Anzweiflung des Bedarfs klar widerlegt, das Schließen innerstädtischer Baulücken allein reiche nicht.

In Werther „ist seit 2008 wenig passiert“

Laut Roger Loh entsprechen die Planungen den Zielen der Raumordnung, zudem liege das Gebiet in hervorragender Lage in Zentrumsnähe. In Bezug auf Neubaugebiete bestehe darüber hinaus ein gewisser Nachholbedarf, weil in Werther seit 2008 im Gegensatz zu den Nachbarkommunen vergleichsweise wenig passiert sei. Der aktuelle Entwurf des Regionalplans sieht neun Hektar für Wohnflächen vor, etwa die Hälfte davon wird für das Baugebiet Blotenberg benötigt. Die Stadt habe bei Nachverdichtung und Nutzung von Altimmobilien generell nur sehr geringe Einfluss- und Steuerungsmöglichkeiten, wenn die Eigentümer nicht zustimmen.

Sämtliche Stadtentwicklungsfelder sollen nach Ansicht des Stadtplaners bespielt werden, der Umgang mit dem endlichen Gut Boden müsse aktiv gestaltet werden. Allerdings sei kommunales Flächenmanagement nicht mit dem Verzicht auf Flächennutzung gleich zu setzen. Die Zweifel an der Wirksamkeit des Entwässerungskonzeptes kann Roger Loh nicht nachvollziehen, es gebe einen entsprechenden Masterplan, die Stadt favorisiert zudem ein Regenwasserrückhaltebecken im Bereich Schwarzbachtal.

Reichlich Ausgleichsflächen vorhanden

Befürchtungen in Bezug auf Naherholung und Landschaftsbild werden mit dem Hinweis, die heutige Ackerfläche sei für die Öffentlichkeit nicht nutzbar, zurück gewiesen. Die Erreichbarkeit der Naherholungsgebiete für Radfahrer und Fußgänger werde sogar verbessert, die Waldkulisse bleibe auch vom ZOB aus sichtbar. Durch Bereitstellung von Ausgleichsflächen und die naturnahe Umgestaltung des Schwarzbachs werden dem städtischen „Ökokonto“ 70.000 Biotopwertpunkte gutgeschrieben. Die Bebauung des Blotenbergs hat Kompensationsbedarf von „nur“ 31.673 Punkten.

In Bezug auf energetische Konzepte setzen die Stadtplaner auf Flexibilität der Bauwilligen, Regelungsmöglichkeiten seien ohnehin begrenzt. Auch die Festlegung auf eine Klimaschutzsiedlung wird abgelehnt. Nach Lohs Angaben gibt es beim Kreis Gütersloh keine grundsätzlichen Bedenken gegen das Baugebiet, sofern die Niederschlagswasserbeseitigung nachgewiesen und die Verkehrsproblematik geklärt wird. Zum letzten Punkt soll der geplante Kreisverkehr Entlastung bringen.

Kritik von Wählergemeinschaft

In der anschließenden Debatte machte Wolfgang Böhm (WDGA) erneut auf das laufende Normenkontrollverfahren aufmerksam, das in seinen Augen Auswirkungen auf die abzuschließenden Kaufverträge haben könnte. Für Bürgermeisterin Marion Weike ein weiterer Versuch, „Sand ins Getriebe zu streuen“. Der Kaufvertrag sei an die aufschiebende Bedingung der Rechtskraft eines Bebauungsplans gebunden. Die Stadt habe dies immer transparent dargelegt und die Ratsmitglieder in nicht öffentlichen Sitzungen umfassend informiert. Letztlich handele es sich bei der Normenkontrolle um ein separates Verfahren, das unabhängig von der Bauleitplanung erfolge.

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