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Neuer Hausmeister im Böckstiegel-Museum in Werther

Gutes Klima für Inklusion

Werther (WB). Das Museumsteam ist wieder vollständig: Henning Mahr (39) aus Gütersloh ist neuer Hausmeister und damit Herr im Technikkeller. Er packt rund um Museum, Böckstiegel-Haus und Garten mit zu.

Margit Brand

Keine Scheu vor komplizierter Klima-Technik: Für seinen neuen Job im Böckstiegel-Museum bringt Henning Mahr (39) einiges an Hausmeistererfahrungen mit. Der gelernte Handwerker ist bei den »Kiebitz-Dienstleistungen« angestellt, die den Hausmeisterservice jetzt in Werther übernehmen. Foto: Margit Brand

Sein Vorgänger war lange erkrankt und verstarb im Dezember. Umso mehr freut sich Beate Behlert, Geschäftsführerin der Böckstiegel-Stiftung, dass die halbe Stelle nun wieder besetzt ist. Sie nahm über den Kreis Gütersloh Kontakt zu den »Kiebitz Dienstleistungen« auf, die Teil des Wertkreises Gütersloh und einer der größten Inklusionsbetriebe in Nordrhein-Westfalen sind. Wohlwissend, dass von dort aus bereits Hausmeisteraufgaben an den Kreisberufsschulen übernommen werden.

Besondere Führungen

Inklusion hält nicht erst mit dem neuen Hausmeister im Museum Einzug. Barrierefreiheit ist eine Selbstverständlichkeit, die Terrassenmöbel wurden in Wertkreis-Werkstätten gebaut. Auch in der Kunstvermittlung werden Menschen mit Einschränkungen einbezogen. So gibt es am kommenden Samstag, 23. Februar, 16.30 bis 18 Uhr auch zu der aktuelle Sterl-Ausstellung eine Führung für Blinde und Menschen mit Sehbehinderung. Ebenso gehören die »Vergissmeinnicht-Führungen« viele Jahre fest zum Programm. Das nächste Mal gibt es dieses Angebot für Demenzeerkrankte für dementiell veränderte Menschen am Mittwoch, 27. März, 15 bis 17 Uhr. Anmeldungen (Tel. 05203/ 3297) sind erforderlich.

Auch Henning Mahr, von Hause aus gelernter Maler und Anstreicher, war in diesem Bereich bereits tätig. Als er bei seinem ersten Besuch im Technikkeller des Museums in Werther die riesige, komplexe Klimaanlage sah und ihm ein »Ah ja, kenne ich!« entfuhr, atmeten seine neuen Kollegen auf: Mit den Tücken der neuen Technik, die gerade zu Beginn noch zum »Normalbetrieb« finden musste, hat das Team manches Mal gekämpft.

Henning Mahr wird hier in Zukunft schnell eingreifen können oder aber wissen, wann ein externer Fachmann gefragt ist. Auch Schließdienste, Ver- und Entsorgung, kleinere Wartungs- und Reparaturarbeiten sowie die Veranstaltungsvor- und -nachbereitung fallen in seinen Aufgabenbereich – das übliche weite Feld eines Hausmeisters. Bedenken, dass ein Mensch mit Handicap dem nicht gewachsen sein könnte, hat Beate Behlert nicht. Sie freut sich, in Henning Mahr einen Handwerker mit Technikerfahrung im Team zu haben, der die Arbeit sieht, die erledigt werden muss.

Die Zusammenarbeit mit den »Kiebitz Dienstleistungen« hat für das Museum auch den Vorteil, dass im Fall von Urlaub und Krankheit eine Vertretung gewährleistet ist. Auch dort freut man sich über den Auftrag aus Werther: »Es ist schön zu sehen, dass es hier keine Berührungsängste gibt. Inklusion beginnt im Kopf. Wenn Bereitschaft und Interesse da sind, zeigen unsere Leute immer wieder gern, was sie drauf haben«, fasst Dr. Sebastian Menke, Geschäftsführer der »Kiebitz Dienstleistungen« zusammen.

Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 200 Menschen mit Behinderungen in verschiedenen Bereichen, etwa dem Kiebitzhof Bioladen, im Garten- und Landschaftsbau, Reinigungsservice, Transport und Logistik, Verpackung oder eben im Hausmeisterservice.

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