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Trotz Corona-Einbußen: Umsätze im Dorfladen sind gestiegen

Hägeraner schätzen Einkauf ohne Gedränge

Werther-Häger

Jedes Unternehmen zieht am Ende eines Geschäftsjahres Bilanz. Konzerne ebenso wie der Dorfladen Häger. Während der Verein noch die genauen Zahlen auswertet, steht bereits fest, dass der Dorfladen trotz Corona-Einbußen vergleichsweise gut durchs Jahr gekommen ist.

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Rückblick: Im vergangenen Sommer stellten Julia Wöhrmann, Wolfgang Lamek und Marion Pohlmann (von links) den neu kreierten Erdbeer-Rhabarber-Likör der Feinbrennerei Northoff im Dorfladen Häger vor. Foto: Volker Hagemann

Wichtiges Ziel des Dorfladens ist es, die Versorgung der Bevölkerung mit den Dingen des täglichen Lebens zu verbessern und die Lebensqualität im Ort zu erhöhen. Umsatz und Gewinn stehen entsprechend nicht im Vordergrund, dürfen aber trotzdem nicht vernachlässigt werden. Schließlich ist der Verein auch Arbeitgeber, und das Projekt soll sich langfristig tragen.

Im neuen Nachrichtenbrief heißt es, dass 2020 die Einnahmen aus dem Cafébetrieb nahezu komplett fehlen – kein Wunder, da der kleine Nebenraum nur wenige Wochen genutzt werden konnte. Die Anmerkung kommt auch hier: „Schade für die Dorfgemeinschaft ist es, dass dieser Treffpunkt fehlt.“

Aber es fehlt eben auch wichtiges Geld in der Kasse, weil belegte Brötchen, Kuchen und Kaffee gute Gewinnbringer sind. „Bei manchen dieser Convenience-Artikeln haben wir Ausfälle von bis zu 30 Prozent, insgesamt sind es etwa zehn Prozent weniger“, bilanziert Wolfgang Lamek vom Vorstand des Vereins.

Spezialitäten haben deutlich zugelegt

Zum Glück sei der Umsatz insgesamt gestiegen. Als „Retter“ des Ladens werden die Hauptsäulen des Sortiments genannt: Waren von Edeka Engelke-Söhngen, Gebackenes von Rolf, Wurst und Fleisch von Wiehenkamp, Kokolakis Olivenöl und Eier von Hohnerkamp. Deutlich zugelegt haben auch Spezialitäten und Produkte, die es so nur im Dorfladen Häger gibt – etwa die Schnäpse und Liköre von Northoff, fairer Kaffee von Zaatista und die heimischen Öle von Zinnia. Der Dezember 2020 sei der stärkste Dezember seit Eröffnung gewesen – die liegt inzwischen fast fünf Jahre zurück. Es wurden in diesem Monat allein 64 regionale Präsentkörbe verkauft. „Wir vermuten, dass viele es gerade jetzt schätzen, in ruhiger, vertrauter Atmosphäre ohne Gedränge einkaufen zu können“, so Lamek.

Der Vorstand ist froh darüber, dass Ehrenamt im Laden für viele Mitstreiter nach wie vor Ehrensache ist. Nicht nur die Umsätze, auch das Team habe sich prima entwickelt, lobt Wolfgang Lamek den reibungslosen Ablauf im Hintergrund. Über Unterstützung freuen sich die Frauen und Männer vom Dorfladen trotzdem. Aktuell geht es um das Etikettieren und Einräumen der Waren, die der Edeka-Markt aus Werther anliefert. Was die Mitarbeiter im laufenden Betrieb nicht schaffen, muss Christiane Dammeyer im Moment alleine bewältigen. „Ein Einsatz alle 14 Tage wäre schon hilfreich“, sagt Lamek. Wer sich das vorstellen kann, kann sich einfach im Laden melden.

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