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In Werther werden 80 Erstklässler an der frischen Luft eingeschult

Händewaschen und nicht singen

Werther (WB/jog). Bei der diesjährigen Einschulungsfeier gehört die Maske ganz selbstverständlich zum unvermeidlichen Inventar der Schultüte. Auch sonst orientiert sich alles am Hygienekonzept. Statt einer großen Veranstaltung, die bisher immer in der Aula der Gesamtschule über die Bühne ging, wird nun jede Klasse separat an frischer Luft willkommen geheißen.

Freiluft-Feier an der Grundschule Mühlenstraße: Mit dem farbenfroh inszenierten Schultanz begrüßen die Viertklässler ihre neuen »Patenkinder«. Foto: Johannes Gerhards

Den Anfang macht um acht Uhr am Standort Mühlenstraße die Klasse 1a. Schulleiter Jens Gadow wechselt anschließend nach Langenheide, um dort die Delfin-Klasse zu begrüßen. Seine Vertreterin Katja Kleinemas nimmt derweil gemeinsam mit Klassenlehrerin Jutta Hüllinghorst die künftigen »Kängurus« und ihre Eltern in Empfang. Auf der Wiese stehen in Dreiergruppen positionierte Stühle. Mama und Papa dürfen ihre Sprösslinge begleiten und eventuell noch Geschwisterkinder mitbringen. Großeltern und Taufpaten sind aus Gründen des Infektionsschutzes diesmal nicht mit von der Partie.

Im Klassenraum: Hände waschen

»Für die Gegebenheiten haben wir das ganz gut hingekriegt«, sagt Katja Kleinemas, die froh darüber ist, nicht in die Turnhalle ausweichen zu müssen. Auf dem gesamten Schulgelände herrscht Maskenpflicht, lediglich am Platz im Unterrichtsraum dürfen Grundschulkinder ihre Mund-Nasen-Bedeckungen ablegen. Während Erwachsene sich inzwischen mit den unterschiedlichen Typen von Desinfektionsmittelspendern auskennen dürften, sind diese für Kinder nicht geeignet. Deswegen heißt die erste Lektion nach Betreten des Klassenraums Händewaschen – bei rund zwanzig Schülern und einem Waschbecken schon eine besondere Herausforderung.

Bevor es ernst wird, haben die Viertklässler ein kleines Unterhaltungsprogramm vorbereitet. Nach dem Schultanz folgt der »Schreiblern-Rap mit Zebra Franz«. Auch wenn im Text »M wie die Maske« noch nicht vorkommt, versprechen die Schulpaten aus der vierten Klasse: »Spaß am Lernen, Mannomann, heute fängt die Schule an«. Weil gemeinschaftliches Singen ebenfalls nicht möglich ist, wird das Lied mit dem Refrain »Du gehörst zu uns, wir gehören zu dir, wenn du Freunde suchst, findest du sie hier« lediglich mit Gesten untermalt.

Unterhaltungsprogramm

Mit dem Zitat von Maria Montessori »Das Leben anzuregen und sich dann frei entwickeln zu lassen – hierin liegt die erste Aufgabe des Erziehers« stellt Katja Kleinemas klar, welche pädagogischen Zielsetzungen sie und ihre 30 Kollegen verfolgen, um den aktuell 360 Schülern eigenes Denken und die Entwicklung der eigenen Meinung zu ermöglichen. Neben guten Freunden werden die Schulanfänger auch nette Lehrer kennenlernen, versichert die stellvertretende Schulleiterin.

Die 80 neuen Schüler verteilen sich folgendermaßen auf die Klassen: Schildkröten (19), Kängurus (20), Bären (20) und 21 bei den Delfinen in Langenheide. Dass dieser Jahrgang personell eher unterdurchschnittlich besetzt ist, kann in der gegenwärtigen Situation durchaus von Vorteil sein. Nach einer halben Unterrichtsstunde geht dann der erste aufregende Schultag für die I-Dötzchen zu Ende. In den kommenden Wochen gilt bis auf weiteres: »Maske nicht vergessen! «.

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