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»Spieltrieb« sorgt mit neuer Komödie wieder für großen Spaß bei den Zuschauern

Hausgemachter Klamauk kommt an

Werther/Spenge (WB). »Von allen Geistern verlassen« hat sich am Wochenende die Gruppe Spieltrieb gezeigt. Zumindest lautet so der Titel der Komödie von Regina Harlander, die in sechs Vorstellungen aufgeführt wird.

Daniela Dembert

Beim Blick in eine im Schuppen gefundene Kiste staunen Olga (Gisela Wolff), Rudi (Klaus Obermann), Erna (Liane Böke) und Paula (Gudrun Biermann) über den Inhalt. Foto: Daniela Dembert

Freitaga luden die Hobbymimen zur Premiere in das Gemeindehaus nach Mantershagen, bei der es – neben der gelungenen Inszenierung – auch einige Jubiläen zu feiern gab. Spieltrieb blickt zurück auf das 35-jährige Bestehen. Nach wie vor mit Leidenschaft und Witz dabei ist die 82-jährige Begründerin der Laientheatergruppe, Hilde Moritz aus Werther. »Besonders freuen wir uns in diesem Jahr über Nachwuchs«, betonte Souffleuse Ulrike Niemeier in ihrer Anmoderation, »erstmalig mit dabei ist Hilde Moritz´ Enkel Phillip Hausmann.«

Verwirrung

Der schlug sich wirklich sehr ordentlich in seiner Rolle als Pfarrer Fromm, der bei den Schwestern Olga (Gisela Wolff) und Erna (Liane Böke) einen Neubürgerbesuch macht und kurze Zeit später einen Exorzismus durchführen soll. Die beiden »Frolleins« kommen dem Pfaffen ziemlich wirr vor und so richtig ernst nehmen kann er sie auch nicht. Wie sollte er auch ahnen, dass Olga, die sich als »Madame Ozeana« ein recht lukratives Geschäft als Wahrsagerin aufgebaut hat, tatsächlich einen Geist herbei beschworen hat?

Max heißt die blasse Gestalt, die aus dem Nichts auftaucht, als Olga vermeintlich die Verstorbenen anruft, um für die Ehefrau (Hilde Moritz) des Bürgermeisters Sonntag (Reinhold Strachau) zu erfragen, wie es um die Wiederwahl ihres Mannes bestellt ist. Groß ist die Verwirrung, denn Max kann nur von den beiden Hausbesitzerinnen gesehen werden.

Ein wenig Nervosität

Wie wird man nun diesen Typen wieder los, der zwar keinen Dreck macht und auch nichts Böses im Schilde führt, als ungebetener Gast aber einfach nervt?

Ein wenig Nervosität gehört bei einer Premiere dazu. Glücklicherweise funktioniert das Team hinter den Kulissen ebenso gut wie davor. Kleine Texthänger wurden von den Souffleusen bestens aufgefangen.

Als Geist Max macht der weiß geschminkte Sören Scheppke eine echt gute Figur: Immer dezent und höflich, aber leider komplett unerwünscht, sitzt der Tote im Haus fest und versucht gefrustet, sich an sein früheres Leben zu erinnern.

Bühnenbild, Technik, Regie

Liane Böke ist als Erna die personifizierte Besorgnis. Einmal mehr stellt Klaus Obermann sein komödiantisches Können unter Beweis. Der Mime kleidet die Nebenrolle des Angestellten Rudi, der die Technik für Olgas Spukinszenierungen betreut, wohldosiert mit krudem Charme und einer ordentlichen Kelle Klamauk aus.

Bühnenbild, Technik, Regie: Alles ist bei Spieltrieb selbst gemacht. Monatelange Arbeit steckt in den sechs Aufführungen der Truppe. Gerade dieser Hausmacher-Charakter gibt den Aufführungen ihren liebevollen Charme. Dass die Gruppe all ihre Einnahmen für wohltätige Zwecke spendet, gibt dem Gesamtkonzept den Feinschliff.

Begeisterte Töne von Besucher Joshua Daniels: »Mega gut! Sehr lustig, macht einfach Spaß, zuzuschauen. Die Schauspieler sind sehr sympathisch und auch nach der Vorstellung zum Gespräch für uns Zuschauer greifbar.«

Karten für die Vorstellungen am kommenden Wochenende sind erhältlich bei Radio Althoff in Enger, in der Buchhandlung Nottelmann in Spenge und bei Lotto-Güttler in Werther.

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