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Verkaufsbereitschaft von Grundeigentümern setzt politisches Nachdenken in Gang

In der Südstadt gibt es plötzlich neue Bau-Optionen

Werther (WB). Bauen in Werther: Seit Jahren ist das Thema vor allem von den politischen Kämpfen um den Blotenberg gekennzeichnet. Doch plötzlich deuten sich aus einer ganz anderen Ecke neue Entwicklungschancen an. Das Thema Süthfeld II steht wieder auf der politischen Tagesordnung und mit ihm die Aussicht auf neue Bauplätze. Geht da wirklich was? Und wenn ja, was?

Stefan Küppers

Im Dreieck zwischen Walterstraße (l.), Schloßstraße (oben) und Heinrichstraße (r.) sind der Stadt auf 3,7 Hektar mögliche Baugrundstücke zum Kauf angeboten worden. Quelle: Google Maps Foto:

In der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses ist die Beauftragung eines Verkehrsgutachtens für den südlichen Stadtbereich diskutiert worden. Grundlage dafür war ein gemeinsamer Antrag von SPD und CDU, der auch mit breiter Mehrheit durchgesetzt wurde (das WB berichtete). Interessanter freilich als diese erste Ausschussdebatte ist das, was hinter den Kulissen diskutiert wird, welche Optionen es gibt und welche Rahmenbedingungen beachtet werden müssen, um Bauland an den Markt zu bekommen.

30 bis 40 neue Bauplätze erscheinen möglich

Neue Fahrt hat das Thema »Bebauung im südlichen Stadtgebiet« bekommen, weil maßgebliche Grundeigentümer nunmehr ihre Verkaufsbereitschaft signalisiert haben. In Rede stehen jetzt zunächst einmal zwei Grundstücke mit einer Gesamtgröße von etwa 3,7 Hektar im Dreieck zwischen Walterstraße, Schloßstraße und Heinrichstraße. Umgerechnet kommen Experten hier auf 30 bis 40 Bauplätze. Dies ist aber nur der kleinere Teil der Fläche, die vor vielen Jahren als Süthfeld II bezeichnet worden war und sich entlang der Achse Bransheide noch bis zur Mehrwiese erstreckt. Die Gesamtfläche, die auch andere Besitzer hat, wäre knapp zwölf Hektar groß und ist als Wohnbauentwicklungsfäche im übergeordneten Regionalplan vermerkt. Grundsätzlich könnte Werther also in diese Richtung weiterdenken. Doch es gibt einige Haken.

Ein großes Fragezeichen betrifft zum Beispiel die verkehrliche Erschließung. Sollte das gesamte Süthfeld II bebaut werden, müsste womöglich eine neue Straße (1,5 bis 2 Kilometer lang) quer durch die freie Landschaft hinüber zur Bielefelder Straße gebaut werden, damit der heute schon hoch belastete Knoten Schwarzer Weg/Bielefelder Straße nicht noch stärker belastet wird. Mal abgesehen davon, dass die Genehmigung solch einer Straße unter den heutigen Bedingungen des Freiraumschutzes schwierig würde, bliebe die Frage, wer die Millionenkosten für die Straße zu tragen hätte. Die Stadt oder doch die Grundeigentümer, die die Kosten womöglich auf Bauherren abwälzen würden?

Bei den Preisvorstellungen liegt man noch weit auseinander

Diese Betrachtung führt zur buchstäblichen Preisfrage: Was dürfen neue Bauplätze eigentlich kosten? Die Stadt Werther verfolgt hier seit den 90er Jahren eine klare Linie, um Spekulationen entgegen zu wirken. Baulich entwickelt wird nur der Grund und Boden, der vorher zu preislich er- und verträglichen Bedingungen an die Stadt verkauft worden ist. In diesem Punkt, so ist zu hören, liegen die Vorstellungen von Stadt und Eigentümern noch sehr weit auseinander.

Doch angenommen, auf besagter 3,7-Hektar-Fläche könnte ein kleineres Baugebiet in einigen Jahren realisiert werden. Dann wäre eine Siedlungszufahrt über die Schloßstraße, die Straße Ellersiek bis hinüber zur Jöllenbecker Straße grundsätzlich denkbar. Das zuvor beschriebene Problem mit der neuen Entlastungsstraße würde sich womöglich nicht stellen. Zugleich könnte über einen Ausbau der Schloßstraße nachgedacht werden, die mit dem PAB-Museum bald eine neue, gefragte Adresse hat.

Bauplätze in der Südstadt sollen zusätzlich zum Blotenberg entstehen

Unabhängig von den vielen Details zu möglichen Bebauungen in der Südstadt, eines wird in Hintergrundgesprächen immer wieder betont: Sollten tatsächlich besagte 30 bis 40 Bauplätze realisiert werden können, dann dürfe dies nur zusätzlich zum Blotenberg angegangen werden. Für die geplanten 50 Bauplätze am Blotenberg könnte eventuell in diesem Jahr der letzte Planungsschritt vor der Umsetzung erfolgen. Vielleicht, sicher ist das nicht.

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