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Jochen Dammeyer kümmert sich um die wertvolle Vegetation in Werther

In Häger blüht endlich wieder die Heide

Werther-Häger (WB). Wenn sich zu dieser Jahreszeit in Häger die leuchtenden kleinen Blüten der Lehmheide zeigen, dann ist das vor allem auch dem jahrelangen Engagement von Jochen Dammeyer zu verdanken.

Johannes Gerhards

Seit einigen Jahren kann man hier wieder die lilafarbene Blüte bestaunen: Jochen Dammeyer steht am Waldrand in Häger, wo sich die ursprünglich hier beheimatete Lehmheide dank seiner Unterstützung wieder weiter ausbreitet. Foto: Johannes Gerhards

„Obwohl man die Heide eher auf Sandboden wie etwa in Steinhagen erwartet, war sie früher als Lehmheide in dieser Region weit verbreitet“, erklärt Jochen Dammeyer. Einen entsprechenden Hinweis liefert seinen Angaben zufolge etwa die Bezeichnung des Wertheraner Ortsteils „Langenheide“. Am Rande von Häger nahe der ehemaligen Kläranlage hinter dem Hof Rudorf haben seine Frau Christiane und er vor gut acht Jahren Restbestände von Heidekraut entdeckt.

Statt Beweidung Ableger bilden

„Ausschlaggebend für unser Engagement waren die Ravensberger Lichtlandschaften“, erinnert sich Dammeyer. Unter diesem Namen kümmert sich eine regionale Initiative um artenreiche, buntblühende, ästhetisch ansprechende und selten gewordene Pflanzengesellschaften, für die der wissenschaftliche Betreuer des Vereins, Dr. H. C. Vahle, den Begriff „Lichtvegetation“ geprägt hat. Normalerweise sorgt die Beweidung durch Schafe oder Ziegen dafür, dass sich die Heidepflanzen verbreiten. Das ist bei den Beständen an der Böschung am Waldesrand natürlich nicht möglich. Also versuchen Christiane und Jochen Dammeyer, durch Schneiden und Versetzen von Ablegern zur Vermehrung des wertvollen Krauts beizutragen. Das gelingt mit mehr oder minder großem Erfolg – immerhin hat sich die Fläche inzwischen vervierfacht, freut sich Jochen Dammeyer.

Die Lehmheide benötigt nach seinen Angaben einen bestimmten Pilz zum Wachsen – und der muss beim Umsetzen der Pflanzen mit berücksichtigt werden. Zur Blütezeit etwa ab Ende August lockt die Heide mit ihrem Nektarangebot zahlreiche Insekten an. Für die Vermehrungsaktionen empfehlen sich dagegen die Monate Oktober und November, damit der Heideschnitt bei der dann feuchten Witterung gut anwachsen kann. Das ist in Häger bei der vorherrschenden Hanglage nicht ganz unproblematisch; deshalb weist eine Infotafel der Dorfgemeinschaft Häger auf das besondere Projekt hin und bittet Spaziergänger darum, diese Bereiche nicht zu betreten.

Kampf gegen die Brombeeren

Die letzten Reste der Lehmheide sind zusätzlich darauf angewiesen, dass der Standort nicht von anderen Pflanzen überwuchert wird. „Mindestens zweimal im Jahr muss ich hier die Brombeeren wegschneiden“, so beschreibt Jochen Dammeyer seine besondere Naturschutzmaßnahme, die den Heidepflanzen die nötige Portion Sonnenlicht sichert. „Wenn man so etwas schon in Häger hat, kann man es auch publik machen und so dazu beitragen, die Menschen für die Natur zu sensibilisieren“, gibt er als Motivation für seinen Schritt an die Öffentlichkeit an.

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