„Tangere“: Ausstellungs-Plattform für Kreatives, das in Corona-Zeiten entstanden ist – weitere Einsendungen möglich

Kunst kann auch online berühren

Werther

Schmerzlich bremst Corona Kunst und Kultur aus. In vielen Ateliers wird durchaus kreativ gearbeitet, aber wer sieht sich die Ergebnisse an, wenn doch alle Ausstellungen auf Eis liegen?

Margit Brand

Natürlich hat sich auch die Wertheraner Diplom-Designerin Viola Richter-Jürgens künstlerisch auf der Plattform eingebracht. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Viola Richter-Jürgens, Diplomdesignerin aus Werther, ist Teil eines Künstlerinnen-Trios, das eine Online-Plattform ins Leben gerufen hat. Hier werden Werke gezeigt, die während der Pandemie entstanden sind. Und das Projekt ist längst nicht beendet, im Gegenteil: Jeder kann sich beteiligen.

„Tangere“ (lateinisch: berühren) haben Viola Richter-Jürgens und ihre Mitstreiterinnen Uschi Bracker aus Delbrück und Christine Halm aus Bielefeld das Portal genannt. „Allen Menschen fehlt in dieser Zeit besonders das Berühren. Es bleibt eingeschränkt. Doch die Berührung durch Kunst ist immer noch in vielfältiger Form möglich“, erläutert die Wertheranerin. Also: Vergraben im Schneckenhaus gilt nicht – stattdessen wird in der Online-Ausstellung gezeigt, wie produktiv viele Künstler der Umgebung in jüngster Zeit gewesen sind. „Dieses Schaufenster dient auch dazu, uns selbst das vor Augen zu führen. Tangere soll Anerkennung und Aufmerksamkeit schenken, die derzeit zu kurz kommen.“

Schon mehr als 60 Künstler aus OWL präsentieren ihre Arbeiten

Nachdem die Idee geboren war, hat die Dreiergruppe ihr eigenes breites Netzwerk genutzt und zum Mitmachen eingeladen. Mehr als 60 Künstler aus Ostwestfalen-Lippe haben sich bereits beteiligt und präsentieren ihre Arbeiten auf www.tangere.de. „Die Kunst auf dieser Seite berührt, ohne gegen Kontaktregeln zu verstoßen, weil man sie zu Hause anschauen kann. Sie ist humorvoll, ernsthaft, farbig, monochrom, mehr- und eindimensional“, freuen sich die Macherinnen über die Vielfalt der Einsendungen, die sie bereits erhalten haben.

Weil ihnen an Nähe liegt, soll Kunst nicht unnahbar sein. Die Frauen sind überzeugt, dass es genügend kreative Menschen gibt, die sich niemals „Künstler“ nennen würden und doch Sehens- und Zeigenswertes erarbeitet haben und öffnen das Projekt deshalb für jedermann und -frau. Womöglich haben während des Lockdowns mehr Menschen als sonst Muße gefunden, in einem kreativen Hobby zu arbeiten. Wer präsentieren möchte, was in dieser Zeit entstanden ist und zum Thema „Berührende Momente in Corona-Zeiten“ passt, kann ein Foto der eigenen Arbeit noch bis zum 28. Februar einsenden und zwar per E-Mail an CHalm@t-online.de oder uschibracker@t-online.de oder viola.richter-juergens@arcor.de. Die digitale Ausstellung bleibt bis zum 31. März 2021 geöffnet.

Das Werk in maximal fünf Worten beschreiben

Die genauen Bedingungen sind auf der Startseite der Website nachzulesen. Zwei wesentliche Kriterien: Zum einen müssen Zeichnung oder Bild, Foto oder Skulptur während der Coronazeit entstanden sein. Und zweitens gilt es das Werk zu beschreiben und zwar in maximal fünf Worten. Womöglich auch eine Kunst für sich.

„Wir freuen uns auf viele Einsendungen“, sagt Viola Richter-Jürgens. Beim Blick auf die Ergebnisse, die bereits online gestellt sind, sagt sie: „Ich bin überrascht, wie wenig Düsteres es gibt. Viel Hoffnungsvolles und Lösungsorientiertes herrscht dort vor“, lädt sie ein, sich durchzuklicken.

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