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Kirchengemeinde Werther richtet auf dem Friedhof einen Hain für Urnengräber ein

Letzte Ruhe unter Eichen

Werther (WB). Künftig wird es auf dem Friedhof in Werther möglich sein, sich am Fuße eines Baumes begraben zu lassen. Die evangelische Kirchengemeinde wird dazu im Laufe des Jahres auf einer freien Rasenfläche einen kleinen Hain anlegen.

Margit Brand

Die noch freie Rasenfläche auf dem Friedhof soll zur Hälfte in einen Hain verwandelt werden. Am Fuß der Eichen – weitere werden gepflanzt – finden rund 200 Urnen Platz. Pastorin Silke Beier (rechts) und Presbyterin Sabine Pajewski stellen das Projekt vor. Foto: Brand

Die Idee dazu sei viel älter als die aktuelle Diskussion um einen Friedwald, also die Bestattung direkt im Wald, erläutert Sabine Pajewski. Sie ist Vorsitzende des Friedhofsausschusses, der die seit längerem verfolgten Pläne jetzt in die Tat umsetzen will.

Die Gemeinde will damit antworten auf die vermehrten Nachfragen nach neuen Bestattungsformen, die gleichwohl mitten in der Stadt auf dem Friedhof Platz finden sollen. »Nähe ist schließlich ein wichtiger Teil der Bestattungskultur«, erinnert die Presbyterin an die häufig älteren Hinterbliebenen. Da biete die letzte Ruhe unter Friedhofsbäumen einen Vorteil gegenüber dem Friedwald.

Vier Grüninseln geplant

Rund 50 000 Euro werden investiert. »Wir hoffen, im Laufe des Jahres fertig zu werden«, sagt Pastorin Silke Beier. Die Entwürfe des Fachbüros PlanRat aus Kassel sehen vier Grüninseln mit Sitzgelegenheit vor, die von einem Pfad umsäumt werden. Zu zwei alten Eichen werden weitere gepflanzt. Einheitliche Grabsteine bieten Platz für kleine Plaketten, vermutlich in Blattform, die an die Verstorbenen erinnern. Der Pfad wird mit Pflasterstreifen gesäumt, auf denen die Möglichkeit besteht, Blumen niederzulegen.

Ein Unterschied zu den Bestattungen »unter Rasen«, die seit 2012 möglich sind: Dort soll Blumenschmuck an zentralen Stellen Platz finden, was nicht immer geschieht. Vorm Mähen muss der Friedhofsgärtner abräumen. »Manchmal deckt sich die rationale Entscheidung für diese Bestattungsform eben nicht mit dem Wunsch nach individuell ausgedrückter Trauer, der später auftritt«, weiß Silke Beier. Der neue Hain soll dem Rechnung tragen.

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