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Kommentar zum Blotenberg-Baugebiet in Werther

Mal angenommen...

Stefan Küppers

Seit zehn Jahren in der Diskussion: das Baugebiet Blotenberg in Werther. Foto: Marco Kerber

»Blotenberg abgeblasen«: Diese Schlagzeile wäre denkbar gewesen, hätten sich CDU und Grüne diese Woche eine Mehrheit organisieren können. Spinnen wir den Faden mal weiter, wenn die CDU sich mit ihrer Argumentation der zu hohen finanziellen Risiken durchgesetzt hätte. Wie wäre dann eigentlich die Lage?

Nun, zunächst wäre ein zehnjähriger Diskussionsprozess abrupt beendet. Ein stattlich sechsstelliger Betrag für Gutachten und Planung wäre endgültig verloren. Doch selbst wenn dieser Preis zu zahlen wäre: Was käme dann? Ginge es dann am Süthfeld II mit Neubaugebieten erst so richtig los? Oder würde sich dort dann auch eine Bürgerinitiative bilden, die die Versiegelung von wertvollem Ackerland verhindern wollte? Wie lange würde es wohl dauern, bis dort dringend benötigter Wohnraum entstünde, den Familien zumeist nur noch in Werthers Nachbarstädten finden? Dauert es noch mal zehn Jahre?

Angesichts solcher Aussichten ist es wohl gut, dass sich die CDU politisch ein blaues Auge geholt hat. Selbst die Scharfrechner von der FDP ließen an der CDU-Arithmetik kein gutes Haar. Und nach der leider nicht-öffentlichen Zahlendebatte klangen die CDU-Vertreter von ihrer eigenen Berechnungsmethode auch schon nicht mehr wirklich überzeugt, wenngleich sie beim Nein blieben.

Schade, dass Kreiswirtschaftsförderer Pförtner jüngst »nur« im Haus Tiefenstraße und nicht im Rathaus seinen Kommentar zur Lage abgegeben hat. »In Werther wird viel zu viel zerredet«, sagte er und fügte mit Blick auf fehlende Bauplätze hinzu: »Hat Werther Lust auf neue Bürger oder soll die Mauer hoch gebaut werden?« Dem ist nichts hinzuzufügen.

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