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Turmteile für das Hägeraner Windrad rollen per Schwertransport durch Werther

Millimeterarbeit um Mitternacht

Werther (WB). Es war ein im wahrsten Sinne des Wortes „schwerer“ Einsatz: In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden zwei mehrere Tonnen wiegende Turmteile für das im Bau befindliche, 137 Meter hohe Windrad V-126 in Häger angeliefert.

Malte Krammenschneider

Ein Windrad, das 137 Meter in die Höhe ragen wird, hat Bauteile, die gewöhnliche Dimensionen sprengen: Der erste von drei Schwerlasttransporten in dieser Woche ist in der Nacht von Sonntag auf Montag durch Werther gerollt. Besonderer Knackpunkt: die für diese Verhältnisse enge Ampelkreuzung. Foto: Malte Krammenschneider

Auf der zuvor gründlich geprüften Strecke von der Autobahnabfahrt Borgholzhausen bis zu seinem Bestimmungspunkt gab es laut den Verantwortlichen keinerlei größeren Probleme. Dennoch wurde es an manchen Stellen eng – und dann kam auch noch ein Turmteil weniger an als geplant.

„Es sind nur zwei von drei Elementen angekommen. Das dritte kam zu spät in Borgholzhausen an – wir mussten da schon los“, erklärt Andreas Clausen. Laut dem Mitarbeiter der für den Schwertransport zuständigen Firma SLT habe es in der Folge jedoch keine weiteren Komplikationen gegeben: „Es lief alles so, wie wir uns das vorgestellt haben. Die Jungs sind sehr gut gefahren“, lobt Andreas Clausen auch die beiden beteiligten Lkw- und vier sogenannten BF4-Fahrer. Letztere übernahmen in der Nacht die Rolle der Polizei und sicherten den Schwertransport nach vorne und hinten ab.

Ein Teil unpünktlich

Aufgrund der Uhrzeit (der Schwertransport erreichte gegen 23.45 Uhr die Autobahnabfahrt) hielt sich das Verkehrsaufkommen jedoch ohnehin in Grenzen, so dass der Konvoi gut „durchkam“. Erst passierte er Pium, dann ging es entlang der Borgholzhausener Straße in Richtung Werther – der Kreisel am Hapkenberg war extra „abgerundet“ worden. In Werther selbst wartete mit der Ampelkreuzung laut Clausen die einzig „knifflige Stelle“ auf die Akteure. Hier ging es hauchzart, im Schneckentempo und mit Hilfe eines Hydrauliksystems vorbei an den Ampeln über den Bürgersteig. „Da kommt es vor allem auf Ruhe und Gelassenheit an. Auch in einer immer schneller werdenden Branche geht es aber vor allem um Gründlichkeit“, erklärt Andreas Clausen.

Wie professionell und behutsam die Männer beim Transport vorgingen bestaunten zahlreiche Schaulustige. Gegen 1 Uhr in der Frühe hatten sich viele Bürger in Höhe des Jugendzentrums und der Bäckerei Bossert platziert, um das Geschehen optimal verfolgen zu können. Gezückte Smartphones inklusive – schließlich rollen solche „Oschis“ nicht jeden Tag durch die Böckstiegelstadt.

Flügel kommen Donnerstagnacht

In der laufenden Woche ist es jedoch nicht der einzige Schwertransport, wie Andreas Clausen verrät. In der Nacht zum heutigen Dienstag soll das noch fehlende Turmteil samt Top-Sektion geliefert werden und in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag folgen dann die Flügel, welche dafür sorgen werden, dass das Windrad im Betrieb rund 3,54 Megawatt Leistung liefert.

Am Standort in Häger laufen unterdessen die Vorbereitungen für den Aufbau der Mega-Teile an. Gestern wurde der riesige Kran zusammen gesetzt, mit dessen Hilfe die riesigen Komponenten aufeinander gehievt werden.

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