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Familienzentrum Werther führt im November einen vierteiligen Kursus durch

Oma und Opa als Babysitter

Werther (WB). »Fit für's Enkelkind« lautet die Überschrift einer neuen Schulungsreihe. Es muss aber nicht unbedingt das eigene Enkelkind sein. Auch Leihomas und -opas sind willkommen, denn für Senioren und Kinder hat der Generationen übergreifende Kontakt unschätzbare Vorteile.

Johannes Gerhards

Der Kontakt zu Omas und Opas – ob verwandt oder »nur« bekannt – kann für alle Generationen das Leben bereichern. Foto: dpa

Deswegen bieten der Verein Fam.o.S., die Gleichstellungsstelle und das Begegnungszentrum Tiefenstraße ein gemeinsames Projekt an. Jeweils mittwochs zwischen 16 und 18 Uhr findet in den Räumen an der Engerstraße 2 vom 6. bis zum 27. November ein vierteiliger Babysittingkurs statt. Er will Vertreter der älteren Generation darüber informieren, was sich in Bezug auf den Umgang mit Kindern in den vergangenen Jahren geändert hat.

Nachfrage ist da

»Wir erhalten immer wieder Anfragen von Alleinerziehenden oder jungen Familien«, sagt Martina Detert, die Vorsitzende von »Familie ohne Sorgen«, kurz: Famos. Oft leben die leiblichen Großeltern weit entfernt oder sind nicht unmittelbar verfügbar, und die Eltern wünschen sich dennoch regelmäßigen Kontakt zur älteren Generation. Auch Senioren erkundigen sich immer mal wieder nach Kinderbetreuungsmöglichkeiten, ergänzt Claudia Seidel vom Haus Tiefenstraße.

Enge Kontakte

Bereits vor etwa zehn Jahren hat es ein vergleichbares Projekt gegeben; damals konnten sämtliche Leihgroßeltern in kooperierende Familien vermittelt werden. Nach Martina Deterts Angaben seien die seinerzeit entstandenen Kontakte zum Teil bis heute nicht abgerissen. Interessierte Eltern können sich jederzeit über die Webseite www.famos-werther.de oder während der regulären Sprechstunden im Familienzentrum melden. »Für ältere allein stehende Menschen oder Paare bauen wir gerne eine Brücke und vermitteln den Kontakt zu den Familien«, betont Claudia Seidel.

Was zu beachten ist

Beim ersten Termin am 6. November beantwortet die Erzieherin Sonja Bräuer rechtliche Fragen zur Kinderbetreuung. Was etwa ist beim Transport oder bei gemeinsamen Unternehmungen zu beachten? Oder wie wird ein erweitertes Führungszeugnis beantragt? Denn ohne dieses Dokument, das im Übrigen auch in Sportvereinen selbstverständlich vorgelegt werden muss, geht gar nichts.

Für den Fall der Fälle

Am 13. November ist die Hebamme Sarah Lena Schmidt zu Gast. Ihr Vortrag dreht sich »Rund ums Baby«. Astrid Babenhauserheide vom DRK gibt am 20. November eine Einführung in die »Erste Hilfe am Kind«. Den Abschluss bildet am 27. November Erziehungswissenschaftlerin Martina Detert mit einem Vortrag über kindliche Entwicklung und Kinderspiele. Die Teilnahmegebühr in Höhe von 20 Euro für alle vier Termine wird am ersten Abend in bar erhoben. Anmeldungen sind bis zum 31. Oktober möglich über Telefon (05203-296066) oder per mail info@famos-werther.de

Wertvoll für alle

Für Kinder jeder Altersstufe bis zum Beginn der Pubertät können Großeltern wichtige Bezugspersonen sein, weil deren Leben einen anderen Rhythmus hat und sie auf Grund ihrer Lebenserfahrung oft gelassener reagieren als Eltern, die womöglich unter beruflichen oder familiären Stress stehen. Für diese wiederum kann es eine große Hilfe sein, gelegentlich ihre Verantwortung mit jemanden teilen zu können. Wie genau die Zusammenarbeit zwischen Leihgroßeltern und Familien aussieht, orientiert sich im Einzelfall an den jeweiligen Gegebenheiten. Die einen wünschen vielleicht regelmäßige Termine, den anderen ist eventuell schon geholfen, wenn sie mal sporadisch abends weggehen können.

Ganz nach Wunsch

Genau so individuell kann der Kontakt selbst gestaltet werden. Von gemeinsamen Ausflügen über Besuche in der eigenen Wohnung bis zur Übernachtung ist alles möglich und denkbar, sofern die Chemie stimmt. Die Honorierung dieser Tätigkeiten wird bei Menschen im Seniorenalter nicht im Vordergrund stehen wie etwa bei Teenagern, die sich mit Babysitting ihr Taschengeld aufbessern wollen. Dennoch habe dieses Engagement in Abhängigkeit vom zeitlichen Aufwand auch etwas mit Wertschätzung zu tun, betont Martina Detert.

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