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Ariane Vaughan ist Werthers neue Gleichstellungsbeauftragte

Plädoyer für ein Sternchen

Werther (WB). Sie ist das neue Gesicht der Gleichstellungsstelle in Werther: Ariane Vaughan (28) hat jetzt offiziell ihren Dienst im Rathaus Werther angetreten. Sie vertritt Nora Breuer, die ein Baby bekommen hat und nun in der Elternzeit ist.

Margit Brand

Will Ansprechpartnerin für Frauen sein, die Beratung und Hilfe suchen: Ariane Vaughan ist Werthers neue Gleichstellungsbeauftragte. Die 28-Jährige, die aus Rheda-Wiedenbrück stammt, vertritt Nora Breuer, die derzeit in Elternzeit ist. Foto: Margit Brand

Voraussichtlich bis Juli 2021 also übernimmt Ariane Vaughan die halbe Stelle und möchte die Zeit nutzen, den Gedanken der Gleichstellung verwaltungsintern wie auch nach außen in der Öffentlichkeit in den Fokus zu rücken. Sie stammt gebürtig aus Rheda-Wiedenbrück und wohnt nach ihrem Studium in Münster, Graz und Bochum inzwischen in Bielefeld. "Ich freue mich darauf, die wissenschaftlich gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen", sagt die neue Gleichstellungsbeauftragte.

Theorie und Praxis

Als sie nach dem Abi 2012 und einem Freiwilligen Sozialen Jahr in einer Grundschule ihr Studium aufnahm, stand das Verhältnis von Deutschland und den Niederlanden im Fokus – nicht etwa Gender-Fragen. Sie räumt ein, dass auch sie anfangs gestutzt habe, als das "Studentenwerk" plötzlich "Studierendenwerk" hieß. Inzwischen ist sie deutlich sensibler, was ausgrenzende Sprache angeht. "Bei einem Auslandsaufenthalt in Amsterdam habe ich mich erstmals wissenschaftlich intensiver mit der Geschlechterfrage befasst.

Im Masterstudium habe ich hier den soziologischen Schwerpunkt Gender Studies gewählt und war anschließend in diesem Bereich in Bochum als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig", erzählt die junge Frau, die gerne ein Plädoyer für das so genannte Gender-Sternchen hält: „Wer Bürger*innen schreibt und sagt, grenzt niemanden aus. Sprache schafft Bilder, schafft Wirklichkeit", ist sie überzeugt. „Mag schon sein, dass das manche nervt. Ich finde das wichtig."

Frauenkulturwoche in Arbeit

Überhaupt möchte sie einen Fokus darauf lenken, dass Gleichstellungsfragen weit mehr Lebensbereiche betreffen als auf den ersten Blick gedacht. Beispiel Corona-Krise: Auf einmal seien auffällig viele Familien in scheinbar überwunden geglaubte Rollen zurückgefallen: „Oft haben gerade Frauen bei der bezahlten Arbeit zurückgesteckt und die Doppelbelastung von Beruf und Familie besonders zu spüren bekommen." Ariane Vaughan freut sich darauf, noch mehr Antworten auf die Frage "Was hat das denn schon wieder mit Gleichstellung zu tun?" zu geben – zum Beispiel bei den Frauenkulturwochen im kommenden Frühjahr, die sie trotz Corona-Einschränkungen derzeit mit ihrer Haller Kollegin Sandra Werner plant. Überhaupt sei das Netzwerk der Gleichstellungsbeauftragten im Umkreis sehr gut.

An dem will Ariane Vaughan gerne mitknüpfen – zum Wohl der Frauen, für die sie eine Ansprechpartnerin sein will. Dass es vor Ort eine Anlaufstelle bei Problemen in der Familie, in der Beziehung oder im Beruf gibt, möchte sie immer wieder ins Bewusstsein rufen. „Instagram-Stories nutze ich beispielsweise gern, um auf Hilfs- und Beratungsangebote in der Umgebung hinzuweisen." Corona habe manche Frau in die Krise gebracht – sie sollen sich nicht alleingelassen fühlen. Wer die neue Gleichstellungsbeauftragte kontaktieren möchte: Sie ist im Rathaus (Zimmer 11) unter Tel. 05203/ 704-42 oder unter ariane.vaughan@gt-net.de erreichbar.

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