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Kommentar zum Wahllkampf in Werther

Plakate zu Bänken

Wahlkampf in Corona-Zeiten ist anders. Er verlangt Abstand und damit Kreativität, und das gelingt an einigen Stellen in Werther recht gut. Politik kann man sich hier sogar auf der Zunge zergehen lassen, weil Patrick Kröger als findiger Bäckermeister die Bürgermeisterkandidaten Brote backen lässt und damit für den Urnengang wirbt.

Margit Brand

Willkommen in Werther: Politker aller Parteien lächeln allerorten von den Plakaten wie hier an der Runden Ecke. Foto: Margit Brand

Zum Glück geht in der Pandemie mehr, als anfangs befürchtet, und nicht alles muss ins Netz verlegt werden. Persönliche statt virtuelle Begegnungen mit Politikern sind mit den inzwischen gewohnten Einschränkungen durchaus möglich. Und gleich zweimal – diesen Samstag beim Landvolk und Montag bei der VHS – gibt es die Möglichkeit, alle fünf Bürgermeisterkandidaten gemeinsam nebeneinander auf dem Podium zu erleben.

Weniger ist mehr

Dass diese Tradition fortgesetzt werden kann ist gut. Hinter die unzähligen Plakate, mit denen die Stadt derzeit zugepflastert ist, darf man dagegen gut und gerne ein Fragezeichen machen. Muss das wirklich noch sein? Hat sich das – zumindest in dieser exzessiven Art – nicht überlebt? Zum Teil wird „dreistöckig“ an Laternen geworben!

UWG-Bürgermeisterkandidat Johannes Decius hat jetzt angekündigt, seine Plakate nach der Wahl schreddern und zu Ruhebänken für Werther recyceln zu lassen. Hoffentlich springen andere auf diesen Zug auf. Denn auch Kommunalpolitiker lassen zum Teil durchblicken, dass ihnen diese Art der Ressourcenverschwendung zu viel ist.

Besser absprechen

Warum wird das dann bitteschön nicht im Vorfeld gemeinsam abgesprochen nach dem Motto, weniger ist mehr? Es ist symptomatisch für den gesamten Wahlkampf: Kurz vorm entscheidenden Sonntag kommen Themen nach vorn, die längst hätten geregelt werden müssen.

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