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Miriam Schaps bettet ihren Reiseführer für Kinder in eine spannende Geschichte ein

Pölter, Pömpel, Pillepoppen

Werther (WB). Auf die Frage, was denn ein Pömpel sei, antwortet Miriam Schaps: »Eigentlich ein kleiner Pfahl. Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, ein anderes Wort für einen Pömpel zu benutzen. Ein Pömpel ist einfach ein Pömpel. Das würde aber hier in der Nordeifel keiner verstehen.« Die in Werther aufgewachsene Grundschullehrerin Miriam Schaps schickt in ihrem neuen Kinderbuch »Abenteuer am Teutoburger Wald« die Protagonisten Lilly und Nikolas auf eine Suche nach verflixten Wörtern.

Johannes Gerhards

Miriam Schaps hat sich mit selbst geschriebenen Kinderbüchern einen Traum erfüllt. Sie präsentiert »Abenteuer am Teutoburger Wald«, eine Art Reiseführer für Kinder und Familien. Foto: Gerhards

Dazu gehören neben Pömpel auch Pöter, Pölter, Pillepoppen und verklüngeln. Papas Freund Michael hat ihnen diese ostwestfälischen Wörter mit auf den Weg gegeben, deren Bedeutung sie während der Osterferien im Teuto heraus finden sollen. Wer die heimischen Begriffe kennt, kann amüsiert verfolgen, auf welche Ideen Lilly und Nikolas bei ihren Erklärungsversuchen kommen. »Es geht in dem Buch einerseits um Entstehung, Funktion und die stetige Veränderung von Sprache und Dialekt«, erklärt Miriam Schaps. Darüber hinaus behandelt sie geschichtliche Themen wie die Varusschlacht am Teutoburger Wald, die Entstehung der Externsteine vor 70 Millionen Jahren, das Leben in der Steinzeit anhand des archäologischen Freilichtmuseums in Oerlinghausen oder die Missionierung der Sachsen durch Karl den Großen, woran das Widukindmuseum in Enger erinnert.

„Werthers Original“ als Teil einer Reihe

Während ihrer Ferien besuchen Lilly und Nikolas mit ihren Eltern zahlreiche familiengerechte Ausflugsziele, darunter auch den Erlebnishof von Bauer Bernd in Borgholzhausen-Barnhausen und die Sparrenburg in Bielefeld. »Ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, auch meinen Heimatort Werther in das Buch mit einzubinden«, sagt die 39-jährige Mutter von zwei Söhnen. So kommen die Kinder bei ihrer Wanderung nach Olderdissen an der Gaststätte Bergfrieden vorbei, kehren in der Eisdiele ein, sprechen über Storck und »Werthers Original« und gehen über den Venghauss-Platz durch den Park zum Spielplatz Mühlenwiese.

Das jetzt erschienene Buch ist Teil einer kleinen Reihe. Vorgänger war der Band über das Land zwischen Aachen und Nordeifel, im Lektorat befindet sich zurzeit »Abenteuer im Ruhrgebiet«, das eigentlich im Herbst erscheinen soll. »Eventuell verschiebt sich der Termin«, vermutet Miriam Schaps, die wegen der Coronakrise gegenwärtig auch auf Recherchen und öffentliche Lesungen verzichten muss.

Lesung auf You Tube

Sie versucht, ihre Leserinnen und Leser so weit wie möglich online zu erreichen und hat zu ihren Büchern jeweils eine Lesung auf YouTube hochgeladen. »Hier kann man einen ersten Einblick in die Geschichten bekommen. Vielleicht hat es dort ja auch der Osterhase als mögliches Ostergeschenk entdeckt«, hofft die Autorin, die bereits als Kind stundenlang gelesen und kleine Geschichten geschrieben hat. Sie ist nach eigenen Angaben sehr glücklich darüber ist, dass sie ihren Traum inzwischen verwirklichen konnte.

Weil das Buch in den Osterferien spielt, kommen Lilly und Nikolas natürlich auch mit regionalen Osterbräuchen in Berührung. Neben dem Färben und Suchen von Ostereiern bewundern sie die brennenden Osterräder in Lügde und erfreuen sich am großen Osterfeuer, das am Abend an ihrer Jugendherberge entzündet wird.

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