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Wertvolles Portrait gehört jetzt der Böckstiegel-Stiftung in Werther

Sammlerin verschenkt Zeichnung

Werther (WB). Die Peter-August-Böckstiegel-Stiftung hat Anfang September eine Schenkung aus dem Besitz einer Sammlerin aus dem Ruhrgebiet erhalten. Es handelt sich dabei um die großformatige Kohlezeichnung »Porträt Friedrich-Herrmann Wuttig« aus dem Jahr 1931. Das Blatt ist eine von vielen Porträtzeichnungen Böckstiegels aus dieser Zeit und ist auf den 31. August datiert, entstanden in Arrode.

Böckstiegels Portrait von Friedrich-Herrmann Wuttig, hier ein Ausschnitt, gehört nach der Schenkung jetzt der Stiftung. Foto: Böckstiegel-Stiftung

Über den Dargestellten Friedrich-Herrmann Wuttig ist nicht viel bekannt, aus Böckstiegels Briefen lässt sich jedoch rekonstruieren, dass es sich um den Vater seiner Kunstfreundin Frau Lippert aus Bielefeld handelt, die an diesem Tag mit Dr. Heinrich Becker, dem Leiter des Städtischen Kunsthauses, und seiner Frau nach Arrode gekommen war, um sich den Fortgang der Arbeiten an der Porträtplastik von Becker (heute in der Sammlung der Kunsthalle Bielefeld) anzusehen. Für Böckstiegel waren solche Besuche stets Grund zur Hoffnung auf weitere Aufträge.

Später im Jahr bezahlte Frau Lippert für beide Porträts ihres Vaters 100 Reichsmark, zu einem Besuch in Magdeburg und weiteren Porträts von Wuttig und seiner Frau kam es jedoch nicht mehr. Der Herbst 1931 ist dabei für den Künstler von großen Sorgen geprägt. Zu den zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten kommt die Krankheit des Vaters, der wegen einer schweren Diabetes im Krankenhaus von Werther liegt und dort im Oktober stirbt.

Eine zweite, etwas kleinere Zeichnung Wuttigs befindet sich in Privatbesitz, das Exemplar, das nun der Böckstiegel-Stiftung gehört, wurde ab den 1990er-Jahren zweimal versteigert und galt dann lange als verschollen. Nun kehrt das Blatt in das Museum Peter August Böckstiegel und damit an den Ort seiner Entstehung zurück. »Mit der Gewissheit, dass die Bilder im neuen Museum (...) einen mehr als angemessenen Platz finden, bin ich mit meiner Entscheidung, das Bild zu schenken, sehr zufrieden«, sagte die Sammlerin, die ungenannt bleiben möchte. »Die Stiftung ist sehr dankbar für dieses Vermächtnis«, betont Vorstandsvorsitzende Ursula Bolte. »Wir freuen uns über das Vertrauen, das der Stiftung entgegengebracht wird.« Die Stiftung möchte gern auch mehr wissen über den Mann auf dem Portrait.

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