1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Werther
  6. >
  7. Schräg und schön

  8. >

Großer Andrang bei der 9. Auflage von »Hofkunst in Häger«

Schräg und schön

Werther (WB). Hier wird mit Material gespielt und Herkömmliches verfremdet. Neue Wirklichkeiten entstehen auf dem weiträumigen Hofgelände in Häger, wenn Künstler mit ihren Objekten, Skulpturen und Bildern aus ganz Deutschland bei Diplomdesignerin Irmgard Wiesbrock zu Gast sind.

Johannes Gerhards

Am Wochenende hat es einen Ansturm von Kunst- und Kulturinteressierten gegeben, die die eigenwillige Atmosphäre auf dem Hof Wiesbrock erleben wollten. Vom Essener Bildhauer Roger Löcherbach stammen diese etwas hölzern wirkenden Damen im »Gespräch. Foto: Gerhards

Die einzigartige Atmosphäre mit direkten Kontaktmöglichkeiten zu jedem der 32 anwesenden Künstler hat sich offenbar herum gesprochen. »Etwa die Hälfte sind jedes Mal dabei, und inzwischen erhalten wir auch zahlreiche Bewerbungen«, sagt Irmgard Wiesbrock. Sie selbst ist oft unterwegs und lernt immer wieder interessante Menschen kennen, die »Hofkunst in Häger« durch kreative Ideen bereichern..

Aus Fundstücken skurrile Phantasietiere zusammen gesetzt

Mit ihren Mosaiken erschafft sie Neues aus Bruchstücken der Vergangenheit, wie etwa eine Vase aus den Scherben alter Sammeltassen. Auch Thomas B. von der Bielefelder Künstlerei arbeitet gerne mit Fundstücken und anderen recycelten Materialien, die er zu skurrilen Phantasietieren zusammen setzt.

Der Begriff »Upcycling« gewinnt bei Siggy Laffins Charakterköpfen aus alten Schusterleisten besondere Bedeutung. Denn hier wird besonders klar, wie alte unnütze Dinge in neuen Zusammenhängen eine Aufwertung erfahren. Im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus stellt der bekannte Bielefelder Fotograf Veit Mette seine durch raffinierte Mehrfachbelichtungen zustande gekommenen Bilder aus. Auf der Wiese umgibt sich Jörg Ridderbusch, Metallgestalter aus Oldenburg, mit einer ganzen Schar bunter Vögel. Jedes Unikat strahlt unverwechselbare Komik aus und bringt den Betrachter unweigerlich zum Schmunzeln.

Überwucherte Wagen als eindrucksvolle Naturkunst

Bernd Obernüvemann zeigt seine imposanten Holzskulpturen neben einem schwarzen Panther aus feuergeschwärztem Lindenholz. Neben ihm hat Sabine Klupsch aus Münster einen beim Abbeizen entstandenen Farbspan überdimensioniert aus zusammen geleimten Kirschholzbohlen nachempfunden. Das etwa zwei Meter lange massive Auffaltung ist mit der Motorsäge in seine jetzige Form gebracht worden und scheint schwerelos im Raum zu schweben.

Draußen findet sich neben den aktuellen Ausstellungsstücken auch eindrucksvolle Naturkunst, wie eingewachsene und überwucherte landwirtschaftliche Wagen und Geräte, in denen die Zeit eingefangen zu sein scheint.

Als Farbtupfer in grüner Landschaft fungieren heute die Kostüme der Shademakers, die normalerweise beim Carnival der Kulturen zum Einsatz kommen. Um die Kinder kümmern sich Naturpädagogen vom Verein Primelgrün. Im Hofcafé gibt es Speisen und Getränke, und auch der Sonnenschein leistet seinen Beitrag zu einem gelungenen Festival mit Kunst und Künstlern.

Startseite