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Schulsekretärin Evi Wessel verlässt nach 22 Jahren die Gesamtschule in Werther

Sie traf immer wieder mal den Kaiser

Werther (WB/hn). Am liebsten wäre Evi Wessel, die nach 22 Jahren als Schulsekretärin in Werther mit großem Bahnhof von ihrer PAB-Gesamtschule in den Ruhestand verabschiedet worden ist, Balletttänzerin geworden. Doch auch ohne »Hacke-Spitze« hat die 62-Jährige ein durchaus bewegtes Arbeitsleben hinter sich.

Mit der Rikscha fährt die scheidende Schulsekretärin an ihrem letzten Arbeitstag in der PAB-Gesamtschule vor. Foto: Burkhard Hoeltzenbein

Der gestrige Verabschiedungsmarathon zeigt noch einmal, wie beliebt die im badischen Oberhausen geborene Wertheranerin an der Schule ist. Das Lehrerkollegium bereitet ihr am letzten Arbeitstag eine Rikscha-Fahrt. Marc Rabbe und Dr. Helmut Lipka chauffieren sie mit dem Spezialfahrrad zur Schule. Am Nachmittag folgt ein ausgiebiges Abschiedsprogramm mit Liedern und Vorträgen.

Auf der Rikscha-Ehrenrunde über den Schulhof und im Foyer applaudieren auch die Schülerinnen und Schüler spontan. Sie haben in Evi Wessel immer eine Ansprechpartnerin im Sekretariat gefunden, wenn irgendwo etwas nicht rund lief. Das gilt genau so für die Lehrer. »Sie hat immer Geduld«, beschreibt Rektor Michael Strangmann seine rechte Hand, die ihm den Schulalltag organisierte und gerne auch mal eine Tasse Tee aufsetzte.

Die Gelassenheit, mit der Evi Wessel gemeinsam mit ihrer langjährigen Kollegin Elke Härtel das Schulsekretariat »schmiss«, färbte positiv ab, brachte hektische Eltern und Pädagogen zur Ruhe.

Mit Franz Beckenbauer gearbeitet

Dabei hatte die gelernte Diplom-Sekretärin schon einige Stationen hinter sich, ehe sie in Ostwestfalen landete. In Stuttgart lernte sie ihren aus Werther stammenden Mann kennen. In Frankfurt am Main heuerte sie von 1977 bis 1980 in der DFB-Zentrale an. »Da kam auch der Kaiser öfter mal vorbei und gab einem die Hand«, erinnert sie sich gut an die persönlichen Begegnungen mit Franz Beckenbauer.

In der Rechtsabteilung war DFB-Justiziar Götz Eilers ihr direkter Chef. »Außerdem habe ich die ›Freunde der Nationalmannschaft‹ betreut, ein erlesener Club«, erinnert sie sich. Es folgte eine Station bei einer Firma in Bielefeld, ehe Evi Wessel in Werther ankam. Den Traum vom Ballett hat die reiselustige Neu-Rentnerin, die gerne einmal nach Asien möchte, noch nicht aufgegeben. »Ich suche einen Club, wo auch Ältere noch tanzen können.«

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