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Unterhalb des Hapkenberges fließt verschmutztes Wasser Richtung Theenhausen und in die Warmenau

Starkregen bringt schwarze Brühe zurück

Werther

In einem Glas zeigt Landwirt Hannes Dicke-Wentrup aus Werther eine rabenschwarze dickliche Flüssigkeit: stark verschmutztes Oberflächenwasser, das immer wieder ins Grundwasser gelangt.

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Diese dickliche Brühe gelangt vor allem bei Starkregen immer wieder ins Grundwasser. Foto: hx

Hintergrund des Problems: Bevor die Fahrbahn der Theenhausener Straße erweitert und der Kreisel am Fuße des Hapkenbergs eingerichtet wurde, baute der Landesbetrieb Straßen NRW neben der Diekstraße ein unterirdisches Regenrückhaltebecken. 2011 wurde es in Betrieb genommen und soll seitdem möglichst für eine dosierte Abgabe von Oberflächenwasser in den Bach sorgen. Mit verschiedenen Reinigungsstufen soll das Wasser auch von Reifen- und Bremsabrieben gesäubert werden. Denn das Verkehrsaufkommen im Bereich der Borgholzhausener Straße, der Theenhausener Straße und der Diekstraße ist immens. Und vor allem bei Starkregen fließen große Mengen an Oberflächenwasser von der Gefällestrecke des Hapkenbergs Richtung Kreisel.

Über die Weihnachtsfeiertage entspringt dem unterirdischen Rohr unterhalb der Theenhausener Straße wieder einmal eine pechschwarze Brühe. Hannes Dicke-Wentrup, der ganz in der Nähe wohnt, steht in Gummistiefeln im Graben und entnimmt eine Probe dieser dicklichen unappetitlichen Flüssigkeit. Er sagt: „Der sogenannte ‚Schlammfang‘ des Landesbetriebs Straßenbau funktioniert in keinster Weise.“ Die Probe lässt er jetzt bei einem unabhängigen Institut untersuchen.

Frühere Untersuchungen der Unteren Wasserbehörde des Kreises Gütersloh aus dem Jahr 2017 gingen davon aus, dass keine Gefahr für die Allgemeinheit durch die Inhaltsstoffe des Dreckswassers bestünden – beim Anblick des dunklen Inhalts des Glases kaum vorstellbar.

Ratsherr Dicke-Wentrup (parteilos) fordert vom Landesbetrieb eine technische Aufrüstung des Regenrückhaltebeckens oder eine bessere Wartung des Schlammfangs. „Der Kreis Gütersloh sollte die Genehmigung der Anlage entziehen, damit die Verantwortlichen schnell reagieren müssen“, fordert der Landwirt.

Straßen NRW kündigte nun an, das unterirdische Abwasserreinigungssystem noch öfter zu reinigen. Im Januar soll es außerdem einen Ortstermin mit der Stadt Werther und der Unteren Wasserbehörde geben.

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