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19 Jahre nach Dienstschluss: Ex-Stadtdirektor Hagemann kommt gern nach Werther

Stippvisite in der alten Heimat

Werther (WB). Aus dem Schwarzwald an den Teuto – die Reise steht jedes Jahr im Juni fest im Kalender. Und wenn Peter Hagemann (75) mit seiner Frau Margot die Gerry Weber Open in Halle besucht, dann macht er immer auch einen Abstecher in die alte Heimat. 19 Jahre ist es her, dass er als Werthers letzter Stadtdirektor im Rathaus den Platz geräumt hat für die erste hauptamtliche Bürgermeisterin.

Margit Brand

Die Gerry Weber Open sind für Werthers ehemaligen Stadtdirektor Peter und seine Frau Margot eine selbst gewählte Pflichtveranstaltung. Jedes Jahr reisen sie dafür von Schonach zurück an den Teuto – Abstecher nach Werther inklusive. Foto: Margit Brand

Die Wege sind immer noch vertraut. Am Busbahnhof hinein in die Innenstadt. Über den Alten Markt weiter in die Tiefenstraße, wo Peter Hagemann mit seiner Familie am Stadtpark gewohnt hat. Die Schlossstraße hinunter bis zum Böckstiegel-Haus, wo er sich lebhaft an die Begegnungen mit den inzwischen verstorbenen Kindern des Künstlers, Sonja und Vincent, erinnert. Das werdende Museum hat er mit Interesse inspiziert, so wie er auch die ersten Gebäude im Gewerbegebiet Rodderheide registriert – ein Thema, das den ehemaligen Verwaltungschef schon während seiner gesamten Amtszeit in Werther beschäftigt hat.

Kein Kommentar

Ganz bewusst enthält er sich jeglichen Kommentars. »Das steht mir nicht zu«, sagt er klar. Mehr als 600 Kilometer zwischen sich und seine letzten Dienststelle gebracht zu haben, sei eine gute Entscheidung gewesen. Er will nicht falsch verstanden werden: »Werther war eine schöne Zeit. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt«, versichert Peter Hagemann, der auch abseits des GWO-Turnierplans immer mal wieder nach Werther reist. Schließlich gehört er immer noch dem Stammtisch aus alten Tagen an. Und das Internet macht es leicht, sich auch sonst über das Geschehen in der Stadt auf dem Laufenden zu halten, die immerhin knapp 16 Jahre seines Lebens geprägt hat.

Aber für den neuen Lebensabschnitt, den er nach seiner Verabschiedung aus Werther wählte, sei die räumliche Distanz bis nach Schonach im Schwarzwald gut gewesen. Mit damals 56 Jahren setzte er sich schließlich nicht zur Ruhe. Er nutzte die gesammelten Erfahrungen, die er in Werther und zuvor in anderen Städten in der öffentlichen Verwaltung gesammelt hatte, um in diesem Bereich als selbstständiger Coach weiter zu arbeiten. Bis heute.

Bis heute als Coach tätig

Mit strahlendem Blick und dankbar für seine Gesundheit erklärt der 75-Jährige, diese Arbeit sei sein Lebenselixier, halte ihn geistig fit. »Nur zum Brötchenholen ist dieser Mann zu schade«, sagt seine Frau Margot mit einem Augenzwinkern. Sie begleitet ihren Gatten kreuz und quer durch die Republik, wenn dieser seinem neuen Beruf – oder ist es doch Berufung? – nachgeht und Seminare gibt.

35 verschiedene Themen hat Hagemann im Portfolio. Und egal, ob er vor Mitarbeitern oder Führungskräften spricht: Kernthema sind immer Menschlichkeit und Verständnis für die Lage des anderen – im Umgang mit dem Kunden bzw. Bürger, unter Kollegen, gegenüber Untergebenen und Vorgesetzten. »Nur wer mit Lust, statt mit Frust arbeitet, hat Erfolg«, lautet sein Credo. Hagemann freut sich, dass sein Rat als Praktiker immer noch eingefordert wird. Aufträge ergeben sich übrigens über Mund-zu-Mund-Propaganda. Einen Internetauftritt hat sein Beratungsunternehmen »Mentos« nicht.

GWO 2019 schon gebucht

5500 Menschen hat er in den vergangnen 19 Jahren geschult und hofft, dass es in den nächsten Monaten und Jahren noch mehr werden. Von Bielefeld aus, wo das Ehepaar während der Gerry Weber Open bei seinem Sohn ein Quartier bezogen hat, geht die Fahrt jedenfalls gleich weiter zu zwei Seminaren. Auch die Tickets für die GWO 2019 sind so gut wie gekauft und ein Wiedersehen mit Werther damit gleich mitgebucht.

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