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CDU kritisiert Informationspolitik von Bürgermeisterin Weike in Sachen Trinkwasser scharf

Sulfat-Belastung schlägt politische Wellen

Werther (SKü). Das Problem erhöhter Sulfatwerte im Wertheraner Trinkwasser wird zum Politikum. Die CDU-Fraktion hat über ihre Vorsitzende Birgit Ernst in einer Stellungnahme scharfe Kritik an der bisherigen Informationspolitik von Bürgermeisterin Marion Weike (SPD) geübt. Zugleich gewinnt ein Antrag der CDU für die nächste Sitzung des Betriebsausschusses an Brisanz.

Werthers Wasserwerk sorgt seit Jahren für Diskussionsstoff. Jetzt wird der politische Ton schärfer, Foto: Schillig

„Mit Fassungslosigkeit und Wut“ habe man die Stellungnahme des Kreises Gütersloh zur Überschreitung der Sulfatgrenzwerte in der Stadt Werther zur Kenntnis, erklärt die CDU. Wie berichtet, prüft die Untere Wasserbehörde des Kreises derzeit die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung wegen Überschreitung der Sulfatwerte. Außerdem hat der Kreis ein Gutachten zur Frage möglicher Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder bis zum Alter von zwei Jahren sowie für Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen in Auftrag gegeben. Dem Vernehmen nach gibt es auch vermehrte Kontrollen des Wertheraner Wasserwerkes durch den Kreis.

„Absichtlich getäuscht“

„Bislang waren wir von einer gesundheitlich unbedenklichen Belastung des Trinkwassers mit hohen Kalkwerten ausgegangen“, erklärt Birgit Ernst für die CDU. Noch in ihrer Haushaltsrede habe die Bürgermeisterin mit Nachdruck die gute Trinkwasserqualität beschworen. Ernst: „Zu diesem Zeitpunkt hatte sie jedoch bereits genaue Kenntnis über die tatsächliche Qualität des Wassers und deren Auswirkungen.“ Über den Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung sei die Politik mit keinem Wort informiert worden. Ernst: „Im Gegenteil müssen wir feststellen, dass wir absichtlich getäuscht wurden, die Verwaltung der Informationspflicht des Rates nicht nachgekommen ist und die Ratsvertreter an einem aktiven Beitrag zur Problemlösung gehindert werden.“ Vor dem Hintergrund, dass das Trinkwasser von Politik und Bürgern als Thema mit höchster Priorität und Brisanz eingestuft werde, sei das Verhalten der Bürgermeisterin völlig unverständlich. „Den Glauben an den Wahrheitsgehalt von Aussagen der Bürgermeisterin hat dieses Verhalten nachhaltig beschädigt“, erklärt Ernst.

Für den Betriebsausschuss am Donnerstag, 30. Januar, 18 Uhr im Rathaus hat die CDU die Erstellung eines externen Berichtes über die Qualität des Wasserrohrleitungsnetzes und der technischen Anlagen des Wasserwerkes beantragt. Anlass sind zwischenzeitliche Eintrübungen des Trinkwassers, die nach Wasserrohrbrüchen kürzlich sogar zur Schließung von Gesamtschule und AWO-Kita Weststraße geführt hatten. Ernst verweist auf frühere CDU-Anfragen zum Thema: „Angeblich hatte man die Situation im Griff, Wartungspläne seien vorhanden und würden selbstverständlich eingehalten. Nach den jetzigen Erfahrungen im Umgang mit Informationen zum Thema Trinkwasser bezweifeln wir, dass die Maßnahmen ausreichend sind.“

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