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Kommentar zu Bürgermeister-Kandidaturen in Werther

Über politische Gewichte

Stefan Küppers

Der Kampf um den Chefsessel im Wertheraner Rathaus hat begonnen. Foto: Margit Brand

An dem Abend, als sich Ralf Eckelmann im Hotel Amedia 29 CDU-Mitgliedern als Bürgermeisterkandidat vorstellt, geht in Hamburg mit etwa 700.000 Auflage eine Geschichte des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ in Druck, die sich auf gleich zwei Seiten mit Veith Lemmen befasst. Die „Spiegel“-Journalisten interessiert zwar weniger Lemmens Bürgermeister-Kandidatur als vielmehr dessen in der Tat imposanten persönlichen Kampf gegen die Pfunde. Doch die politischen Gewichte sind damit vordergründig ziemlich eindeutig verteilt.

Hier der ruhig und sachlich auftretende Ingenieur für die CDU, dort der stellvertretende SPD-Landesvorsitzende, der es nicht nur versteht, mit eiserner Disziplin in die Pedale zu treten, sondern auch das politisch große Rad drehen kann. Denn warum macht der „Spiegel“ eine Geschichte über Lemmen? Doch weil dieser als politisches Talent und effektiver Strippenzieher für die neuen Parteivorsitzenden gilt, der in einer taumelnden SPD Bedeutung gewinnen könnte. Die Debatte über die Frage, welche Ambitionen er denn nun wirklich verfolgt, hat sich Lemmen mit der abermaligen überregionalen Großberichterstattung selbst zuzuschreiben. Ohne sein Zutun wird sie nicht zustande gekommen sein.

Doch natürlich bleibt der markenbewusste Lemmen (nur im „Spiegel“ ist er mal ohne Hut zu sehen) ein ernsthafter Anwärter. Derweil spielt der CDU-Kandidat bewusst die Werther-Karte, die auch als vermeintlich kleines Karo stechen kann. Und dann sind da ja noch die in Werther traditionell starken Grünen. Hier sind zwei Kandidaten im Gespräch. Vielleicht holt ja einer von ihnen den letzten Stich.

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