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Verwaltungsgericht Minden bestätigt Genehmigung des Kreises Gütersloh

Uphaus-Klage gegen Windrad abgelehnt

Werther-Häger (WB/guf). Frank Uphaus ist mit seiner Klage gegen die Genehmigung des zweiten Hägeraner Windrades gescheitert. Dem Anwohner der Engerstraße liegt inzwischen das schriftliche Urteil des Verwaltungsgerichts Minden in seinem Verfahren vor. Darin wird das Ergebnis des Eilverfahrens vom August 2019 bestätigt: Die Klage wird als zulässig, aber unbegründet abgelehnt. Gutachten zu den Problemfeldern „optische Bedrängung“, Lärmbelästigung, Infraschall sowie Natur- und Artenschutz hätten keine Verletzung gesetzlicher Bestimmungen ergeben, heißt es in der Begründung.

Auf dem Gelände an der Holzstraße laufen seit geraumer Zeit die Vorbereitungen für den Windradbau. Das Projekt hat eine weitere gerichtliche Hürde genommen. Foto: Gunnar Feicht

Für Frank Uphaus, dessen Haus weniger als 600 Meter von der geplanten 200 Meter hohen Anlage entfernt liegt, kommt der Richterspruch „nicht unerwartet, aber Enttäuschung ist natürlich da“. In den kommenden vier Wochen will er mit anwaltlicher Unterstützung prüfen und entscheiden, ob er die Klage beim Oberverwaltungsgericht als nächsthöhere Instanz weiter verfolgt.

„Zähneknirschend“ hat nach eigenen Worten auch Helmut Althoff das Urteil zur Kenntnis genommen. Der Sprecher des Vereins „Lebensraum Häger“ hält die geplante Anlage weiterhin aus Sicht der Anwohner für unzumutbar. Zumal sie an dem speziellen Standort im Zuge der Holzstraße auf der Anhöhe über der Wer­theraner Senke eine besonders bedrängende Wirkung habe. „Das ist noch mal eine andere Dimension als beim bereits bestehenden Windrad auf der anderen Seite der Engerstraße, das um einiges tiefer liegt“, findet Althoff. Er vertritt die Auffassung, dass bei Windrädern dieser Größenordnung eine Mindestabstands-Regelung von 1000 Metern zur Wohnbebauung gesetzlich festgeschrieben werden müsse: „Die Anlagen werden immer höher. Wenn sich die Betreiber-Gesellschaft ‚Windpark Häger‘ nennt, muss man ja sogar befürchten, dass der Bau von weiteren Anlagen geplant ist“, befürchtet Althoff.

Erst in dieser Woche haben sich die Koalitionspartner der Bundesregierung darauf geeinigt, dass jedes Bundesland für sich entscheiden kann, welchen Abstand neue Windräder von Wohnbauten haben müssen. Eine präzise gesetzliche Regelung gibt es in NRW derzeit nicht. Das Urteil zur Klage der Stadt Werther gegen die Windrad-Genehmigung lag Mittwoch noch nicht vor. Wie bereits berichtet stehen auch in diesem Verfahren jedoch die Zeichen auf Fortbestand der Baugenehmigung.

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