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„Erster Schultag“ nach langer Corona-Pause: Grund- und Abschlussschüler in Werther wieder im Klassenzimmer

Viel Organisation im Hintergrund

Werther (WB)

Endlich wieder zur Schule! Zumindest für die Grundschüler und die Abschlussjahrgänge am Gymnasium und der Gesamtschule ist der Präsenzunterricht am Montag wieder gestartet. Nach Monaten des Distanzlernens herrschte da Wiedersehensfreude, wenngleich auch Unsicherheit hier und da mit in der Schultasche steckte.

Margit Brand

EGW-Schulleiter Christian Kleist (links) freut sich über die Rückkehr der „Großen“ Foto:

Jens Gadow, Leiter der Grundschule Werther-Langenheide, hat morgens eine Runde durch alle (halben) Klassen an der Mühlenstraße gedreht. Denn es herrscht Wechselunterricht in den Klassen 1 bis 4. Nach pädagogischen Gesichtspunkten sind die Klassen in zwei Hälften geteilt, die B-Gruppen kehren heute zurück. Die Freude sei manchmal durchaus verhalten gewesen, schildert er seine Eindrücke. „Schließlich muss man sich nach so langer Zeit erst einmal wieder eingewöhnen – besonders in der veränderten Situation im Klassenraum.“

Die Lerngruppen wechseln sich täglich ab. „Das hat den Vorteil, dass während des Präsenzunterrichts die Aufgaben für den nächsten Tag im Homeschooling vorbereitet werden können“, sagt Gadow. An den Tagen vor Ort werde sich schwerpunktmäßig auf die Fächer Mathe, Deutsch, Sachkunde und eventuell Englisch konzentriert. „Hier wird Stoff nachgeholt und vertieft.“ Gerade für die Viertklässler, für die der baldige Schulwechsel ansteht, gilt es, wichtige Grundfähigkeiten zu verinnerlichen. „Keine ganz leichte Aufgabe“, sieht Gadow die Herausforderungen, die sich durch das lange Distanzlernen ergeben.

Für die älteren Schüler fasst Ida Klaas, Schulsprecherin am Evangelischen Gymnasium, zusammen, was wohl viele empfunden haben: „Ich starte mit gemischten Gefühlen in den Präsenzunterricht. Ich freue mich auf der einen Seite darüber, meine Freunde wiederzusehen. Aber die Sorge, sich zu infizieren, ist auch präsent. Aber wir bleiben optimistisch.“ Am EGW sind die Q1 (80 Schüler) und Q2 (66 Schüler) in voller Jahrgangsstärke wieder am Start, während Kinder aus den 5. und 6. Klassen weiterhin in der Notbetreuung unter Aufsicht an den Online-Stunden teilnehmen, die für die anderen Jahrgänge wie gewohnt nach Stundenplan weiterlaufen.

Das neue Nebeneinander von Präsenz- und Distanzunterricht birgt technische Herausforderungen. „Da wir kurzfristig weitere WLAN Hotspots und 30 zusätzliche Laptops zur Verfügung stellen konnten, ist unser Kollegium in der Lage, den Distanzunterricht für die anderen sechs Stufen auch aus den Räumen der Schule heraus durchzuführen“, dankt die Schulleitung der Taskforce „Digitale Kommunikation“ und Geschäftsführer Marcus Wöhrmann für die blitzschnelle Umsetzung. Um das System nicht unnötig zu belasten, fahren Lehrer in den Pausen teils ins Homeoffice, um von dort aus online zu unterrichten. Dafür musste der Stundenplaner Thorsten Becker im Hintergrund zaubern. Er hat auch die Raumpläne komplett überarbeitet: Größere Kurse arbeiten aufgeteilt in benachbarten Räume, in kleineren Räumen sitzen nur Lehrer einsam vor dem Laptop und kommunizieren von hier mit ihren Schülern „draußen“.

Auch auf den Fluren der Böckstiegel-Gesamtschule ist das Leben zurückgekehrt, das mit viel Organisation im Vorfeld verbunden war. Allen Schülern sollen schließlich trotz der schwierigen Rahmenbedingungen bestmögliche Vorbereitung für die anstehenden Abschlussprüfungen geboten werden. Gerade für die Abiturienten wird der Stundenplan teilweise besonders auf die gewählten Fächer abgestimmt. Die Oberstufe ist auch an der PAB komplett vor Ort. Im Jahrgang 10 sind die Klassen geteilt und wechseln sich wöchentlich ab. Das digitale Zuschalten der jeweils anderen Hälfte sei nicht ganz einfach, informiert die Schule auf ihrer Homepage: „An beiden Standorten ist die Leitungskapazität zum hybriden Arbeiten mit den Lerngruppen nicht ausreichend vorhanden“, schreibt Leiterin Ulla Husemann. Entsprechend müsse der Distanzunterricht zur Not anders organisiert werden. In Pium seien auf den Fluren aber auf alle Fälle schon mal zusätzliche Access-Points installiert worden.

In allen Schulen herrscht die Hoffnung vor, dass das Infektionsgeschehen sich nicht verschärft und in absehbarer Zeit mehr regulärer Schulalltag möglich ist.

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