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Vier Großfeuer in 40 Jahren – Erinnerungen an das Inferno 1978 in Werther

Weco: Brandursache noch unklar

Werther (WB). Am Tag nach dem Großbrand auf dem Weco-Gelände in Werther haben die Brandermittler der Kripo am Montag ihre Arbeit aufgenommen. Die Polizei rechnet jedoch erst in einigen Tagen mit klaren Ergebnissen zur Ursache des Feuers, das kurz vor 3 Uhr in der Nacht zu Sonntag ausgebrochen war. Auch zur Schadenshöhe wollte sie noch keine Angaben machen.

Margit Brand

Die Polizei hat das Gebäude, das bei dem Brand in der Nacht zu Sonntag weitgehend zerstört wurde, abgesperrt. Kripo-Beamte waren am Montag vor Ort, um nach der Ursache für das Feuer zu suchen. Ergebnisse stehen noch aus.                               Foto: Margit Brand

Das Feuer hatte vorrangig in dem zweistöckigen Gebäude direkt an der Engerstraße gewütet und hier insbesondere im rechten Teil, der nur einen Steinwurf vom Feuerwehrgerätehaus entfernt liegt. Die weitgehend leer stehenden Hallen im rückwärtigen Teil des Geländes sind laut Auskunft der Polizei nur wenig oder gar nicht betroffen.

Das bestätigt auch Einsatzleiter Dr. Dirk Hollmann. „Es ist uns gelungen, das Übergreifen auf die Hallen weitgehend zu verhindern”, sagte er im WB-Gespräch. Und das war durchaus keine einfache Angelegenheit. Eine richtige Brandwand nach hinten fehlt, weil Fenster Hitze und Flammen durchlassen. Es habe rund zweieinhalb Stunden gedauert, bis das Feuer unter Kontrolle gewesen sei, berichtet er im Nachgang. Das Problem: Die Flammen fraßen sich in dem brennenden Gebäude in einem Hohlraum unterm Dach vor, was das Löschen von oben wie von unten schwierig gemacht habe, erläuterte der Wehrführer.

Entsprechend spät und nur unter größter Vorsicht konnten Feuerwehrleute ins einsturzgefährdete Gebäude vordringen. Dabei stand immer die bange Frage im Raum, ob sich (unerlaubter Weise) eine Person in den Gebäude aufgehalten hatte. Das sei aber offenbar nicht der Fall gewesen, so Hollmann. Letzten Aufschluss gibt die kriminaltechnische Untersuchung der Polizei.

Dirk Hollmann war im September 1978 noch ein Baby, aber bei älteren Wertheranern werden Erinnerungen an ein regelrechtes Flammeninferno wach, das damals bei Weco ausbrach. Damals verbrannten in den Produktions- und Lagerhallen, in denen vorrangig Fahrradteile hergestellt wurden, 120 Tonnen Kunststoff. Chlorgas wurde frei und machte die Evakuierung der Nachbarschaft erforderlich. Immerhin stand der Wind günstig. Wenn er die Giftgaswolke in Richtung Stadtmitte getrieben hätte, so hieß es damals, wäre Katastrophenalarm ausgelöst worden. Auf fünf Millionen D-Mark wurde der Sachschaden beziffert.

Das blieb nicht der einzige Großbrand. Vier Jahre später, im August 1982, stand wieder eine Qualmwolke über den Weco-Hallen. Eine technische Ursache hatte laut Kripo ein Feuer ausgelöst, das auch die Galvanisierungsstraße in Brand setzte. Die Auswirkungen blieben jedoch zum Glück geringer. Weitere vier Jahre später dann der nächste Großeinsatz an der Engerstraße: Anfang Mai 1986 war es offenbar ein Blitzschlag in einer Gewitternacht, der das Dach einer Weco-Halle in Brand setzte. Auch hier entstand erheblicher Sachschaden.

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