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Nicht jede Versicherung zahlt: Im Zuge des Tauwetters sollten Dachböden und Dämmungen dringend kontrolliert werden

Wenn Schneelast großen Schaden anrichtet

Werther

Nach dem Verkehrschaos durch den extremen Wintereinbruch kommen jetzt an manchen Häusern erhebliche Schäden zum Vorschein – wegen zu hoher Schneelast auf den Dächern.

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Erschreckend: Mancher Dachboden auch in Werther ermöglicht jetzt wahre Winterspaziergänge. Foto: Jens Alisch

„Die fatale Mischung aus Wind, Kälte und feinem Schnee hat man ja nicht oft“, sagt Dachdeckermeister Jens Alisch aus Werther. „Der feine Schnee fegte durch das Dach, teils auf die Dachböden, teils auch direkt in die Dämmung. Durch das Tauwetter kann jetzt beträchtlicher Wasserschaden am Gebäude entstehen.“ Weit über 100 Schäden dieser Art müssen er und seine Mitstreiter nun allein in Werther beseitigen. Und da die hiesigen Dachdecker nicht überall gleichzeitig sein können, bittet Alisch um Geduld und erste Selbsthilfe: „Den Schnee, so weit es geht, vom Dachboden entfernen und ordentlich heizen und lüften!“

Wie hiesige Versicherungsvertreter berichten, sind solche Schäden nicht durch die Gebäudeversicherung gedeckt. Selbst die Elementarschadenversicherung zahlt nur Schäden durch Schneebruch oder Schneedruck – sprich: wenn das Dach unter dieser Last einstürzt.

Sogar Mitarbeiter „ausgeliehen“

Aufgrund des hohen Arbeitsaufkommens der vergangenen Tage musste sich Jens Alisch sogar von anderen Handwerksbetrieben einige Mitarbeiter „ausleihen“, die zur Zeit in Kurzarbeit feststecken. Da wurden Dächer von außen von immensen Schneelasten befreit, teils sogar per Schneefräse, bevor das Gewerk das Gewicht nicht mehr tragen kann und zusammenstürzt. Er empfiehlt auch den Mietern von Dachgeschosswohnungen, genauer hinzusehen. „Große Schneeverwehungen sind ja meist nicht zu übersehen, aber der feine Schnee kann auch nur in die Dämmwolle eingedrungen sein. Da tropft es dann erst etwas später“, warnt der Dachdecker.

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