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Junger Bogenschütze ist nur einer von vielen ausgezeichneten Sporttalenten

Werthers Goldmedaille geht an Erik (9)

Werther (WB). Im Alter von zweieinhalb Jahren hat er mit seinem ganz speziellen Sport schon angefangen. Jetzt ist der neunjährige Erik Münter schon Deutscher Meister in der Altersklasse U13 bei den Bogenschützen.

Johannes Gerhards

Bürgermeisterin Marion Weike (ganz links) hat Werthers beste Sportler für herausragende Leistungen geehrt . Jüngster Deutscher Meister ist der erst neunjährige Bogenschütze Erik Münter (vorne links), dem die Ehrenplakette in Gold überreicht wurde. Hinter ihm seine Mutter Doris, in der dritten Reihe die Seniorensportler Claus-Werner Kreft und Gerd Lipinski, im Zentrum als »Fußball-begeisterter Haufen« die B-Juniorinnen des BV Werther. Respekt und Applaus sind ihnen sicher. Foto: Johannes Gerhards

Sein Talent hat er womöglich von Mama geerbt, denn auch Doris Münter gehört zu den ausgezeichneten Einzel- und Mannschaftssportlern, die im Rahmen der vom Stadtsportverband organisierten Jahresehrung ihre Urkunden in Empfang nehmen durften. Im Gegensatz zu Erik, dem Bürgermeisterin Marion Weike die Ehrenplakette in Gold überreicht, hat Feldbogenschützin Doris Münter diese schon daheim im Regal stehen. Für ihre Vizeeuropameisterschaft und mehrere DM-Titel in unterschiedlichen Disziplinen verschiedener Verbände erhält sie diesmal »nur« eine entsprechende Urkunde.

Vom Training zur Ehrung

»Es ist das Training, das mich vom Sport abhält«, gibt Marion Weike lächelnd zu. Nicht so die Handball-Landesmeisterinnen der JSG Werther/Borgholzhausen. Unmittelbar nach der Ehrung geht es ab in die Sporthalle, um sich auf die anstehenden Spiele vorzubereiten. Schließlich möchten sie auch weiterhin ganz oben mitspielen, betonen die Trainer Viola Huxohl und Frank Schettler.

Etwas verspätet treffen dagegen die Badminton-Talente des TV Werther ein. Sie kommen unmittelbar von einem Punktspiel, das sie (natürlich!) gewonnen haben. Seit mehreren Spielzeiten ist Verlieren in ihrer Staffel für sie ein Fremdwort, die letzte Niederlage in einem Ligaspiel liegt immerhin fünf Jahre zurück. Sie haben als erstes U15-Team der Vereinsgeschichte das Finale der Bezirksmeisterschaften erreicht und landeten bei den Westdeutschen Meisterschaften auf dem 7. Platz. »Da mussten wir gegen Bundesliganachwuchs und Nationalkader antreten, die sind einfach besser«, erklärt das Führungsspieler Mattis Rothe.

Nie zu alt für große Sprünge

Weitere Spitzensportler müssen aus unterschiedlichen Gründen der Ehrung fernbleiben, ihre Leistungen werden dennoch gewürdigt. Einer von ihnen ist Leichtathlet Aaron Thieß, der in der laufenden Saison erstmals in der AK U20 startet. »Er wird auf jeden Fall weitermachen«, kündigt seine Mutter an. Sabine Engels – unter anderem Deutsche Vizemeisterin über 5.000 Meter auf der Bahn – wurde ebenso wie Böckstiegel-Lauf-Sieger Leon Steinböhmer und der Deutsche Seniorenmeister im Diskuswerfen, Johann Stein, in Abwesenheit geehrt.

Claus Werner Kreft (M70) holte neben deutschen Meistertiteln auch Platz 4 bei den Seniorenweltmeisterschaften im Dreisprung. »Diese Disziplin ist nicht so gefährlich, wie es den Anschein hat«, antwortet der »Dinosaurier der Leichtathleten« auf eine Frage von Marion Weike, in der sie unumwunden ihre Bewunderung zum Ausdruck bringt. Neben dem Sportjournalisten Kreft, der den Sport seit seinem neunten Lebensjahr ausübt, gehört auch Gerd Lipinski zum erfolgreichen Senioren-Team. Der mit 4,49 Metern beste westfälische M65-Weit-springer war auch am Bronze-Platz seiner Startgemeinschaft bei der Team-DM beteiligt.

678 Sportabzeichen

Was den Leistungssportlern Titel und Medaillen bedeuten, ist im Breitensport das Sportabzeichen. Der seit 1912 bestehende Fitness-Orden ist seit 1958 ein staatlich anerkanntes und durch Gesetz geschütztes Ehrenzeichen, sagt der Vorsitzende des Stadtsportverbandes, Ralf Biermann. Welche beeindruckenden Serien auch hier möglich sind, beweisen Klaus Kusenberg mit 50 und Inge Meschter mit 40 Wiederholungen der Sportabzeichenprüfungen. Da können die fünf- und sechsjährigen Debütanten Mats, Lina und Emma Josefie nur anerkennend staunen – und weiter dabei bleiben.

Ein Familiensportabzeichen wird verliehen, wenn mindestens drei Mitglieder die Bedingungen erfolgreich erfüllen. Als zusätzlichen Anreiz spendiert die Stadt den zwanzig beteiligten Familien Zehnerkarten für das Freibad Werther. Insgesamt haben im vergangenen Jahr 678 Absolventen den Fitness-TÜV bestanden. Bei den Schulen liegt der Grundschulverbund mit einer Quote von 68 Prozent vor dem Evangelischen Gymnasium, wo immerhin jeder Zweite mitgemacht hat. Beide Schulen erhalten dafür eine Geldspende in Höhe von 80 Euro.

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