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Rückhaltebecken in Werther als nüchternes Bauwerk oder als kleiner Park

Wohin mit den Regenmassen?

Werther (WB). Die »Talsperre« oberhalb von Hof Venghaus genügt nicht: Um bei heftigen Unwettern gewappnet zu sein, braucht es im Bereich Bielefelder Straße/Teutoburger-Wald-Weg weitere Maßnahmen, um Regen zurück zu halten und Überflutungen am Busbahnhof zu vermeiden.

Johannes Gerhards

Noch wird viel Wasser den Schwarzbach hinab fließen, bis eine Entscheidung gefällt wird. Aber die Fläche zwischen Freibad und Teutoburger-Wald-Weg, heute teils schon zum Picknicken gedacht, könnte Platz bieten für ein neues Regenrückhaltebecken. Foto: Margit Brand

Vorm Betriebsausschuss erläuterte Umweltingenieur Henrik Doht vom Unternehmen Bockermann-Fritze Notwendigkeit und Lösungsansätze – der »erste Aufschlag« in einem längeren Prozess der Entscheidungsfindung, wie Vorsitzender Hanns Lindemann befand. Im Zuge der Neugestaltung des ZOB, des womöglich entstehenden Kreisverkehrs und nicht zuletzt im Hinblick auf das geplante Neubaugebiet Blotenberg sei nun die Zeit gekommen für eine umfassende Lösung im Mischwassernetz.

Regenmassen führen Sedimente mit, die sich in speziellen Auffangsystemen zusammen mit Schmutzpartikeln absetzen können. Vor allem den ersten Schwall gilt es so auszubremsen. Henrik Doht spricht vom so genannten »ersten Spülstoß« von 15 Litern pro Sekunde und Hektar.

Dafür notwendige technische Bauwerke zu beiden Seiten und unter dem ZOB zu installieren, hält der Umweltingenieur für betriebswirtschaftlich nicht vertretbar. Stattdessen könne man die Rückhaltung an eine andere Stelle verlagern und so die Menge des über Straßen und Plätze fließenden Regenwassers reduzieren.

Der vorgestellte »Masterplan« sieht vor, das Regenwasser nordwestlich der Bielefelder Straße abgekoppelt ins Mischwassersystem zu leiten. Die Behandlung des im südöstlichen Abschnitt anfallenden Wassers soll in einer Kompaktanlage erfolgen.

Damit Außengebietszuflüsse nicht in den Regenwasserkanal gelangen, werden sie in Gräben mit integrierten Schwellen zurück gehalten. Zudem kann ein Regenrückhaltebecken zwischen Freibad und Teutoburger Wald Straße dazu beitragen, entsprechende Wassermengen aufzufangen. Derzeit besteht laut Henrik Doht ein Rückhaltedefizit von 408 Kubikmetern, die Kapazität des Beckens beträgt 1100 Kubikmeter und würde seine Aufgabe auch erfüllen, wenn es zur Neubebauung am Blotenberg kommt.

Für ein solches Becken gibt es einen technisch nüchternen Vorschlag mit Unterquerung des Schwarzbaches oder aber die auch stadtplanerisch aufwändigere Variante mit ökologischer Aufwertung und Umlegung vom Schwarzbach, einer Neutrassierung des Schotterweges und dem Nebeneffekt, eine innenstadtnahe Parkanlage zu bekommen. Abwassertechnik kann auch schön sein.

Über Finanzierungsdetails soll später gesprochen werden. Für eine Renaturierung sind Fördergelder denkbar.

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