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„Werther – das geht anders“: Böhm und Kübler wechseln in neue Partei

Zwei Urgesteine verlassen die Grünen

Werther (WB). Zwei bekannte Köpfe werden zur Kommunalwahl nicht mehr für die Wer­theraner Grünen antreten: Professor Hans-Dieter Kübler und Wolfgang Böhm sind aus der Partei ausgetreten. Ihre politische Zukunft sehen sie in der neu gegründeten Partei „Werther – das geht anders“.

Volker Hagemann

Beispiel Weco: Hier wünschen sich Prof. Hans-Dieter Kübler und Wolfgang Böhm künftig ein „Urbanes Wohnen“. Foto: Volker Hagemann

Grund sind inhaltliche Differenzen mit anderen Mitgliedern des Ortsverbandes. Böhm, Kübler und andere Wertheraner Grüne haben bis zum Schluss für Andreas Steffens als Bürgermeisterkandidat gekämpft. „Mit Thorsten Schmolke bekämen wir lediglich eine weitere nur verwaltende Marion Weike mit anderem Parteibuch“, wählt Kübler drastische Worte. „Schmolke ist ein Funktionär, Steffens hätte was angepackt.“ Und er nennt konkrete Beispiele: „Wir wollen die Stadtentwicklung in Werther viel mehr vorantreiben. Eines der drängendsten Probleme ist es, mehr Wohnraum zu schaffen. Das bisschen, was es derzeit hier gibt, ist unbezahlbar.“ Eine Möglichkeit sehen er und Wolfgang Böhm nach wie vor auf dem Weco-Areal: „Urbanes Wohnen mit Mietwohnungen und integriertem Kleingewerbe ist eine Chance, die andere offenbar hier nicht nutzen wollen“, findet Hans-Dieter Kübler.

Nachlass bei der Gewerbesteuer?

Weitere Möglichkeiten sieht er für die Entwicklung des Wertheraner Einzelhandels: „Warum nicht für die jetzigen Leerstände Interessenten locken, indem man vielleicht einen Nachlass bei der Gewerbesteuer ins Spiel bringt?“, nennt er eine unkonventionelle Idee.

„Ich wäre gerne bei den Grünen geblieben, aber nicht mit deren jetzigen Zielsetzungen“, resümiert Kübler. Eine Alternative für seine Ideen und Ziele sieht er in der jüngst neu gegründeten Partei „Werther – das geht anders“. Zu den Mitstreitern zählt neben Wolfgang Böhm unter anderem auch Werthers ehemaliger Umweltbeauftragter Werner Schröder. „Wir haben inzwischen Kandidaten für alle 14 Wertheraner Wahlbezirke. Auch wenn der Neuanfang nicht einfach ist – es ist nur konsequent“, betont Hans-Dieter Kübler.

Noch genug Kandidaten für die Grünen

Auch nach dem Austritt von Wolfgang Böhm und Prof. Hans-Dieter Kübler betont Grünen-Sprecherin Maha Mühl: „Bis zur Kommunalwahl am 13. September bleiben beide nach wie vor in ihren jeweiligen Ausschüssen vertreten, Wolfgang Böhm zudem als Ratsherr.“

Böhm wohnt seit über 30 Jahren in Werther und fühlt sich, wie er schreibt, „seit mehr als 20 Jahren grünen Ideen verpflichtet“. Der Ratsherr ist seit Jahren Mitglied des Ausschusses für Planen, Bauen und Umwelt und trat bislang im Wahlbezirk 6 (Wertherberg) an; dort folgt nun für die Grünen Kandidatin Marlene Kuhlmann. Prof. Hans-Dieter Kübler ist als sachkundiger Bürger Mitglied im Ausschuss für Klimaschutz, Stadtentwicklung und Kultur, im Betriebsausschuss, im Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt sowie im Ausschuss für Soziales, Generationen, Schule und Sport.

Auch nach dem Rückzug der beiden von den Grünen hat die Partei genügend Kandidaten für die 14 Wahlbezirke. Durch einen starken Mitgliederzuwachs wurde die Liste auf 20 Personen erweitert, wie Ortsverbandssprecher Ulrich Artmann mitteilte.

Wahlausschuss tagt

Am Mittwoch, 29. Juli, tagt in Werther der Wahlausschuss. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im großen Saal des Hauses Werther. Dann geht es um die Zulassung der Wahlvorschläge für die Wahl des Bürgermeisters sowie für die Wahl in den 14 Wertheraner Wahlbezirken und aus den Reservelisten.

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