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Zwei Detonationen in der Nacht - mehrere tausend Euro gestohlen

Geldautomat in Rheda-Wiedenbrück gesprengt

Rheda-Wiedenbrück

Die Serie von Geldautomatensprengungen in der Region reißt nicht ab. In der Nacht zu Mittwoch hat es einen Geldautomaten in Rheda-Wiedenbrück an einem Verbrauchermarkt an der Bielefelder Straße erwischt. Nach Angaben der Polizei wurden mutmaßlich mehrere hunderttausend Euro gestohlen. 

Splitter und ein Schild mit der Aufschrift «Geldautomat» liegen auf dem Fußboden. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa

Gegen 2:35 Uhr wurden zahlreiche Anwohner im Ortsteil Wiedenbrück durch zwei Detonationen geweckt. Bislang unbekannte Täter haben zu dieser Zeit offensichtlich den Geldausgabeautomat an einem Verbrauchermarkt an der Bielefelder Straße gesprengt. Durch die zuerst eingetroffenen Polizeikräfte wurde festgestellt, dass der Automat komplett zerstört und das Umfeld schwer verwüstet wurde. Die Wucht der Explosionen war so stark, dass Außentüren des Gebäudes aufgedrückt wurden und die Scheiben einer nahegelegenen Bushaltestelle geborsten sind.

Feuerwehr bis 4.30 Uhr im Einsatz

Der Löschzug Wiedenbrück wurde alarmiert, die Feuerwehrleute unter Löschzugführer Jürgen Böckmann kontrollierten das Gebäude auf Beschädigungen. Ferner wurde die Straße gereinigt und das Dach in Augenschein genommen. Gegen 4.30 Uhr konnten die Feuerwehrleute wieder einrücken.

Beamte der Kriminalpolizei stellten unter anderem das Zündkabel sicher, das der oder die Kriminellen zurückgelassen hatten. Bei der Spurensuche fanden sie vermutlich auch noch eine Sprengkapsel.

Täter flüchteten in schwarzem Pkw

Nach der Tat bestiegen mehrere Täter einen schwarzen Pkw und flüchteten mit hoher Geschwindigkeit vom Tatort. Die Ermittlungen zum Tathergang dauern an. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Gesamtschaden auf mehrere hunderttausend Euro.

Zeugen, denen ein verdächtiges Fahrzeug und / oder Personen im Bereich Rheda-Wiedenbrück aufgefallen sind, werden gebeten sich bei der Polizei unter 05241/869-0 zu melden.

In den vergangenen Wochen und Monaten gab es in der Region diverse Geldautomatensprengungen, unter anderem in Rödinghausen-Bruchmühlen, in Halle-Künsebeck, Steinhagen und Bad Oeynhausen-Dehme. Vor mehr als vier Monaten, am 26. Juni um 4.30 Uhr, war nur wenige hundert Meter entfernt in Rheda-Wiedenbrück am Ostring der Geldautomat der Volksbank gesprengt worden.

Immer wieder werden Geldautomaten gesprengt

Immer wieder werden Geldautomaten in Deutschland beschädigt oder sogar gesprengt. Der Schaden kann immens sein. Kürzlich konnten Behörden gleich mehrere mutmaßliche Täter ermitteln. Die Spur führt in ein Nachbarland. Nach einem Millionenschaden durch bundesweit 15 Geldautomatensprengungen haben Behörden aus Deutschland und den Niederlanden 23 mutmaßliche Täter ermittelt.

Mehr als 700 Geldautomaten sind in NRW seit 2015 gesprengt worden, davon auch viele in Ostwestfalen-Lippe. Das Landeskriminalamt geht jetzt davon aus, dass es deutlich mehr Täter gibt als bislang vermutet. 80 Prozent der Tatverdächtigen kommen aus den Niederlanden.

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