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Konzentration auf Kapazitäten im Impfzentrum Enger – Terminvergabe soll Wartezeiten verkürzen

Kreis Herford will Impfturbo zünden

Herford

Um mehr Tempo in die Impfkampagne im Kreis Herford zu bringen, kündigt Landrat Jürgen Müller einen Ausbau der Kapazitäten im Impfzentrum in Enger an. Ziel sei es, dort ab dem 13. Dezember mit mehr als den derzeit drei Impfstraßen arbeiten zu können.

Um das Impftempo zu erhöhen, will der Kreis Herford sein Angebot im Wesentlichen auf die Kapazitäten im ehemaligen Impfzentrum in Enger konzentrieren. In Herford wird am Aufbau eines weiteren stationären Impfangebots gearbeitet. Foto: Graeme Robertson/Pool PA/dpa

„Jeder, der eine Erstimpfung und „fristgerecht“ seine Zweit- oder Booster-Impfung bekommen möchte, soll sie bis Weihnachten bekommen können“, kündigt der Landrat an. Er erwarte nun, dass die entsprechenden Rahmenbedingungen kurzfristig geschaffen werden. Dazu gehöre genügend Impfstoff und ein möglichst unbürokratisches Vorgehen. „Wir schaffen es vor Ort nur, wenn sich viele ins Impfgeschehen einbringen – beispielsweise Apotheker, Pflegekräfte oder Zahnärzte. Es wird ein großer organisatorischer Kraftakt für uns alle, aber wir arbeiten mit Hochdruck an der Umsetzung“, sagte Müller am Freitag.

Um die Kapazitäten im ehemaligen Impfzentrum in Enger ausbauen zu können, werden die Impfungen in den kreisweit verteilten Impfstellen ab der 50. Kalenderwoche (13. Dezember) eingestellt. Die Impfangebote des Kreises finden dann fast ausschließlich nur noch zentral gesteuert in der Impfstelle in Enger statt. Darüber hinaus sei in der Stadt Herford ein weiteres ständiges Impfangebot in Planung, genauere Informationen dazu will der Kreis Anfang kommender Woche bekannt geben.

„Wir benötigen das Personal, dass wir derzeit in den kreisweiten Impfstellen einsetzen, in der stationären Impfstelle im ehemaligen Impfzentrum in Enger, um die dortigen Kapazitäten noch besser ausnutzen zu können“, erklärt Norbert Burmann, Gesundheitsdezernent des Kreises: „Natürlich ist es für viele Menschen dann ein längerer Weg nach Enger als zu der Impfstelle in ihrer Stadt oder ihrer Gemeinde. Dennoch können wir mit dem Ausbau und der Fokussierung auf die Impfstelle in Enger pro Stunde zwischen 40 und 50 und wöchentlich schätzungsweise sogar über 1000 Impfungen mehr durchführen, als es mit den kreisweiten Impfstellen möglich wäre“, erklärt Burmann.

Ab dem 13. Dezember ist die stationäre Impfstelle in Enger voraussichtlich montags bis freitags von 12 bis 18 Uhr in Betrieb. Eine Terminvergabe soll Wartezeiten verkürzen. Landrat Jürgen Müller bedauert, dass in den letzten Tagen viele vor den Impfstellen lange warten mussten. Er entschuldigte sich ausdrücklich bei all jenen, die wieder nach Hause geschickt wurden, weil die Auffrischungsimpfung noch keine sechs Monate zurücklag. „Ich hätte mir da mehr Flexibilität gewünscht, vor allem in Fällen, bei denen diese Frist kurz vor Ablauf lag.“ Zukünftig werde auch geboostert, wenn seit der ersten vollständigen Impfung erst fünf Monate vergangen seien. Ausnahmefälle sollen zudem mehr Beachtung finden“.

Für alle Lehrerinnen und Lehrer im Kreisgebiet ist eine Sonder-Impfaktion geplant. Diese soll nicht in der Impfstelle im ehemaligen Impfzentrum stattfinden, sondern in einer anderen Örtlichkeit. Eine entsprechende Bedarfsabfrage an den Schulen läuft derzeit. Auch für die Beschäftigten der Kitas im Kreis wird eine vergleichbare Sonder-Impfaktion vorbereitet. Sobald es konkrete Infos dazu gibt, wird der Kreis informieren. Beide Angebote sollen sowohl die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, als auch die stationäre Impfstelle in Enger entlasten.

Abhängig ist der Fortschritt der Impfungen allerdings auch von dem zur Verfügung stehenden Impfstoff. Hierzu teilt der Kreis Herford mit, dass von Bundes- und Landesseite nicht nur für die Ärzteschaft, sondern auch für die Kreise und kreisfreien Städte eine Deckelung des Biontech-Impfstoffes vorgesehen sei. Pro Woche gebe es derzeit maximal 1020 Biontech-Impfdosen – wobei die tatsächlichen Lieferungen noch geringer ausfallen könne. So seien dem Kreis in der laufenden Woche lediglich 900 Impfdosen geliefert worden. Auch die Notfallreserve des Landes ist nach Auskunft des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales aufgebraucht.

Für den Impfstoff Moderna ist derzeit allerdings keine Deckelung von Bundes- und Landesseite vorgesehen. Bezüglich der Frage, wer welchen Impfstoff bekommt, hält sich der Kreis zunächst weiter an die STIKO-Empfehlungen: Demnach sollen unter 30-jährige, Schwangere und Stillende mit dem Impfstoff der Firma Biontech geimpft werden. Alle anderen erhalten den Impfstoff von Moderna.

Landrat Jürgen Müller: „Wir haben genügend Impfstoffe und ich appelliere, dieses Angebot unbedingt zu nutzen – sofern medizinische Gründe nicht dagegensprechen.“ Jede Impfung bringe die Gesellschaft dem Ziel näher, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Man brauche jetzt jede Unterstützung.

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