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„Corona-Kaninchen“, Katzen und Hunde warten im Vlothoer Eichenhof auf neue Besitzer – Kreisdirektor kommt zu Besuch

5000 Euro fürs Tierheim überreicht

Vlotho

Die Corona-Krise hat sich auf alle möglichen Bereiche ausgewirkt – und auch die Tierheime im Kreisgebiet haben sie kräftig zu spüren bekommen. In den Einrichtungen wurde eine deutliche Zunahme von Tieren registriert.

Gerlinde Suess (Tierschutzverein), Markus Altenhöner, Dr. Tanja Hochstetter (rechts) und Annette Kortekamp freunden sich mit „Semmel“ an. Foto: Kreis Herford

Denn viele Menschen haben sich während des Lockdowns Haustiere angeschafft und dabei eines unterschätzt: Das Halten von Tieren ist aufwendig. Sich für die Tiere dauerhaft Zeit zu nehmen und ihnen dabei viel Fürsorge und Liebe entgegenzubringen, ist unverzichtbar und mit viel Arbeit verbunden.

Die Folge: Im Tierheim Eichenhof in Vlotho hat sich der Anzahl der Kleintiere nun fast verdoppelt. Über 20 Kaninchen und sechs Ratten sind dort mittlerweile untergebracht. Hinzu kommen 76 Katzen und 14 Hunde. Sie haben meist eine traurige Geschichte hinter sich. Einige wurden in Kartons ausgesetzt oder halb verhungert eingefangen, andere abgegeben oder beschlagnahmt.

Im Tierheim Eichenhof sind fast alle Kaninchenkäfige voll, Kreisdirektor Altenhöner macht sich vor Ort ein Bild der Lage. Foto: Kreis Herford

„Viele unserer Tiere müssen erstmal isoliert in unsere Quarantänestation, denn wir wissen oft nicht, ob sie Krankheiten haben oder ob sie geimpft sind. Das ist meist der Fall, wenn wir illegal eingeführte Welpen übernehmen. Die kleinen Hunde sind sehr häufig krank und geschwächt, aber wir sind froh, wenn illegale Händler erwischt werden“, hebt Annette Kortekamp vor. Sie ist die erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Vlotho und Umgebung, der das fast 55 Jahre alte Tierheim 1991 übernommen hat.

Jährlicher Zuschuss im Gepäck

Kreisdirektor Markus Altenhöner und Veterinäramts-Leiterin Dr. Tanja Hochstetter machten sich vor Ort ein Bild von der Situation. Sie hatten zugleich einen Scheck dabei: Denn der Kreis Herford bezuschusst jährlich die drei Tierheime im Kreisgebiet mit insgesamt 15.000 Euro – je 5.000 Euro für jedes Tierheim. „Es ist eine freiwillige Hilfe und ein Dank für den unermüdlichen Einsatz der zumeist ehrenamtlich Tätigen in den Tierheimen. Wir möchten dazu beitragen, dass sich so engagierte Menschen wie Frau Kortekamp und ihr Team auch weiterhin um die Tiere gut kümmern können“, erklärt Kreisdirektor Markus Altenhöner.

Auch Tanja Hochstetter weiß die Arbeit zu schätzen: „Wir arbeiten sehr gut und eng mit den drei Tierheimen im Kreisgebiet zusammen. Ohne ihre Hilfe könnten wir beschlagnahmte Tiere gar nicht oder nur sehr schwer unterbringen. Sie sind unerlässlich für unsere Arbeit und für das Wohl der Tiere.“

Katerteam will zusammenbleiben

Zum Wohl der Tiere trägt auch im Jahr 2011 fertiggestellte Katzenhaus des Tierheimes bei. Jedes Zimmer dort hat eine eigene eingegitterte und überdachte Außenterrasse. Darin leben seit zwei Wochen Semmel und Brösel: Die beiden ganz besonders hübschen jungen Kater warten auf eine gemeinsame Vermittlung, denn sie sind zusammen aufgewachsen. Semmel besticht durch das komplett weiße Fell und Brösel ist ein hübscher graugetigerter Kater mit goldenen Augen. Dass die beiden ein tolles Team sind, haben jetzt auch Markus Altenhöner und Tanja Hochstetter hautnah erlebt.

Zwei richtig hübsche Kater: Brösel und Semmel suchen ein neues gemeinsames Zuhause. Foto: Kreis Herford
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