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Am 8. Februar können die Corona-Immunisierungen beginnen – Schulungen absolviert

Apotheker im Kreis Herford dürfen impfen

Kreis Herford

Ab Dienstag, 8. Februar, geht es los: „Die Apotheken können ins Impfgeschehen gegen Covid-19 einsteigen und einen weiteren Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten“, erklärt Apotheker Heinz-Peter Wittmann aus Rödinghausen, Sprecher der Apothekerschaft im Kreis Herford. „Die Voraussetzungen dafür sind genügend Impfstoff und viele Patientinnen und Patienten, die sich impfen lassen möchten.“

Bisher war es noch Kochsalzlösung, die in den Oberarmen der Schulungsteilnehmern „verimpft“ wurde, doch ab dem 8. Februar kann es losgehen: Die Apotheken können dann ins Impfgeschehen gegen Covid-19 einsteigen. Foto: Leßmann

Die Vorbereitungen für Corona-Impfungen in den Apotheken liefen in den vergangenen Wochen auf Hochtouren: Täglich wurden Praxisschulungen für Apothekerinnen und Apotheker durchgeführt. Dabei wurde Kochsalzlösung zu Schulungszwecken in die Oberarme von Teilnehmerinnen und Teilnehmern gespritzt.

Geschult wurden die Apothekerinnen und Apotheker entweder von der Apothekerkammer, bei Einsätzen in Impfzentren oder auch in Arztpraxen: „Der praktische Teil, nämlich das Setzen der Spritze, lässt sich nun mal nicht online lernen“, so Heinz-Peter Wittmann. Der theoretische Teil wurde komplett digital absolviert.

Nachfrage entscheidet

„Derzeit gehen wir davon aus, dass bis Ende März nahezu die Hälfte der Apotheken grundsätzlich impfbereit ist“, prognostiziert Wittmann. Die tatsächliche Beteiligung sei jedoch von der Nachfrage nach Impfungen sowie gegebenenfalls möglichen Nachfolgeimpfungen und vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie abhängig. Rechtlich dürfen Apothekerinnen und Apotheker Erst-, Zweit- oder Booster-Impfungen bei Patienten ab zwölf Jahren vornehmen.

Welche Apotheke wann Impfungen anbietet, sei von der individuellen Situation vor Ort abhängig. So werde die Nachfrage einen Einfluss darauf haben, ob in einer Apotheke geimpft wird: Ist das Impfstoff-Vial, das beispielsweise zehn Impfdosen enthält, einmal angebrochen, muss es innerhalb eines bestimmten Zeitraums verimpft werden – ansonsten verfällt es. „Und es muss unser Ziel sein, dass kein Impfstoff entsorgt werden muss“, betont Wittmann. Daher gehe er davon aus, dass manche Apotheken das Impfen – eine freiwillige Leistung – nur bei entsprechender Nachfrage anbieten.

"Wir haben uns nie aufgedrängt"

Den Apotheken gehe es nicht darum, den Ärztinnen und Ärzten die Patienten abspenstig zu machen, so Wittmann weiter: „Wir haben uns bei diesem Thema nie aufgedrängt. Genug zu tun haben wir auch so und arbeiten seit zwei Jahren an der Grenze der Belastbarkeit.“ Da es sich bei dem Vorgehen gegen die Pandemie aber "um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe" handele, wolle man die Impfungen unterstützen.

Wittmann sieht durch Impfungen in Apotheken eine Chance – nicht nur, aber gerade auch mit Blick auf eine vierte Impfung: „Dann haben wir dezentral noch mehr Möglichkeiten, die Bevölkerung zu schützen.“ Zudem müsse man bedenken, dass „die Apotheken vor Ort sehr niedrigschwellige Anlaufstellen im Gesundheitssystem sind. Hier kann man auch einfach reingehen und fragen. Vielleicht erreichen wir dadurch auch Menschen, die durch die bisherigen Impf-Angebote aus verschiedenen Gründen nicht erreicht wurden. Das wäre eine große Chance, die Impfquote zu steigern.“
 

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