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CDU will Digitalisierung vorantreiben – Stadt steht Plänen positiv gegenüber

1000 Tablet-PCs für Bünder Schulen?

Bünde  (WB). Die heimische CDU möchte die Digitalisierung an Bünder Schulen stärker vorantreiben. Dafür soll die Stadt 250.000 Euro bereitstellen – unter anderem zur Anschaffung mobiler Endgeräte. Die Verwaltung steht dem Ansinnen positiv gegenüber. 1000 Tablets könnten demnach zeitnah beschafft werden. Eine Entscheidung zu dem Thema soll in der Sitzung des Hauptausschusses am 19. Mai fallen.

Daniel Salmon

Statt 440 könnten bis zu 1000 Tablets ab dem kommenden Schuljahr für Bünder Schüler bereitstehen – wenn der Hauptausschuss am Dienstag, 19. Mai, zustimmt. Foto: dpa

„Die Digitalisierung an Schulen hat durch die Corona-Krise eine noch stärkere Dynamik erfahren. Mehr denn je ist Schule gefordert, Lösungen anzubieten und allen Kindern trotz eingeschränkter Möglichkeiten des Unterrichts vor Ort die notwendigen Lerninhalte zu vermitteln“, argumentiert CDU-Fraktionschef Georg Kruthoff.

Dabei könne die Stadt Bünde als Schulträger mit der Zuständigkeit für äußere Schulangelegenheiten zwar nur bedingt unterstützend eingreifen. „Mit der Anschaffung von digitalen Endgeräten kann aber ein wichtiger Beitrag geleistet und insbesondere die Teilhabe aller Kinder ermöglicht werden“, ist Kruthoff überzeugt.

Lernen auf Distanz

Im Rathaus hatte man sich in den letzten Wochen wegen der Corona-Pandemie Gedanken gemacht, inwiefern auch zur Verbesserung der Möglichkeiten des „Lernens auf Distanz“ die technische Ausstattung der Bünder Schulen kurzfristig optimiert werden könnten. Fakt sei, dass die Verwaltung bereits seit mehr als einem Jahr intensiv damit begonnen hat, die Schulen mit digitaler Technik auszustatten.

In diesem Zusammenhang war und ist vorgesehen, die für den Technikeinsatz erforderliche Infrastruktur – inklusive einer zentralen Lernplattform – auszubauen, die Unterrichtsräume mit Präsentationstechnik auszustatten und – wie von der CDU nun verstärkt gefordert – mobile Endgeräte bereitzustellen.

„Im aktuellen Haushaltplan sind nun – ebenso wie in der Finanzplanung für die Folgejahre – für derartige Belange bereits Mittel berücksichtigt“, heißt es von der Stadt. So ist in 2020 für die Beschaffung von mobilen Endgeräten (in Tabletkoffern) die Summe von 195.800 Euro eingeplant worden. Weitere Mittel in Höhe von 195.800 Euro sind für die Jahre 2021 und 2022 vorgesehen.

Nach der coronabedingten Schließung der Schulen in NRW am 16. März sei aber deutlich geworden, so die Verwaltung, „dass der Einsatz von digitaler Technik für alle Schulen deutlich an Bedeutung und Aktualität gewonnen“ habe. In Bünde habe die Stadt bereits dafür gesorgt, dass an allen weiterführenden Schulen die Lernplattform iServe genutzt werden kann. Erste Erfahrungen damit seien positiv verlaufen – die Möglichkeiten für ein Lernen auf Distanz habe sich deutlich verbessert.

Um der aktuellen Entwicklung in der Corona-Krise Rechnung zu tragen, erscheint es daher verwaltungsseitig sinnvoll, die Schulen nunmehr „verstärkt und zeitnah“ mit mobilen Endgeräten auszustatten. Damit die Tablets spätestens zum kommenden Schuljahr zur Verfügung stehen, müsse eine Bestellung mit Blick auf Lieferfristen „baldmöglichst und ergänzend zu dem Ausstattungsrahmen erfolgen, der im Zusammenhang mit dem Digitalpakt vorgesehen ist“. Sollte der Hauptausschuss dem CDU-Antrag folgen und eine Viertelmillion Euro bewilligen, könnten anstatt der für 2020 geplanten 440 digitale Endgeräte sogar 1000 Tablets besorgt werden.

Kommentar von Daniel Salmon

Regulärer Unterricht findet an sämtlichen Schulen bis zum Sommer nur noch in ziemlich geraffter Form statt. Die meisten Kinder und Jugendlichen kommen pro Woche gerade einmal einen Tag zum Lernen in die Schule. Wie es dann nach den großen Ferien weitergehen kann und ob es eine Rückkehr zum „normalen“ Schulalltag geben wird, steht nicht fest – darf aber zumindest angezweifelt werden. Der digitale Unterricht hat sich in Corona-Zeiten bewährt: Schüler können Kontakt zu den Lehrern halten und Lernstoff an Tablets und Co. büffeln. Es wäre nur richtig, vor diesem Hintergrund die Digitalisierung weiter voranzutreiben und die mediale Ausstattung der Schulen zu verbessern.

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