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Verbot von Ölheizungen führt ab 2026 zu Problemen in Außenbezirken

2700 Häuser ohne Gasanschluss

Bünde (WB). Ab dem Jahr 2026 dürfen keine neuen Ölheizungen mehr installiert werden. Das sieht das Klimaschutzgesetz der Bundesregierung vor. Doch was, wenn keine Erdgasleitungen in der Nähe sind und klimafreundliche Alternativen nicht umgesetzt werden können? Mit diesem Thema setzt sich eine Anfrage der UWG auseinander.

Hilko Raske

Von 2026 an soll der Einbau neuer Ölheizungen verboten sein. Vor allem für Bünder, die in den Außenbezirken wohnen, wo es oftmals keine Gasleitungen gibt, könnte das zu einem Problem werden. Die UWG hat sich nun dieses Themas angenommen. Fot o: dpa Foto:

In einer Anfrage an die Stadtverwaltung verweisen die Freien Wähler auf das von der Bundesregierung angestrebte Verbot von neuen Ölheizungen. »Die Grünen im Bundestag befürworten ein noch deutlich schärferes Verbot zu einem möglichst frühen Zeitpunkt. Dies hätte auch erhebliche Auswirkungen auf die Bürger in Bünde«, stellt UWG-Fraktionschef Armin Kuschel in der Anfrage fest. Insbesondere in den Außenbezirken, wo es keine Erdgasleitungen gebe.

Wie viele Bürger sind betroffen?

»Die UWG bittet anhand eines Planes der Stadt Bünde darzustellen, welche Bereiche nicht mit Erdgasleitungen erschlossen sind, um Politik und Bürgern die Problematik aufzuzeigen«, heißt es in dem Schreiben weiter. Zudem wollte die UWG die Anzahl aller Ölheizungen in Bünde ermitteln lassen.

Eine Antwort hat die Stadtverwaltung nun geliefert. Dabei greift die Stadt auf Daten zurück, die das kommunale Versorgungsunternehmen Energie- und Wasserversorgung Bünde (EWB) zur Verfügung gestellt hat. So wurden in Bünde zum 31. Dezember 2018 etwa 10.300 Gebäude (nicht Kunden) mit Erdgas versorgt, etwa 13.000 Gebäude verfügen über einen Wasseranschluss.

1000 Gebäude ohne Gasanschluss

»Unterstellt man, dass sämtliche Gebäude in Bünde an die Wasserversorgung angeschlossen sind, verfügen 2700 Häuser über keinen Gasanschluss«, stellt Bürgermeister Wolfgang Koch fest. Davon hätten aber 1700 Gebäude grundsätzlich die Möglichkeit, sich an die Gasversorgung anzuschließen, da sie sich im sogenannten verrohrten Gebiet befinden würden.

»Etwa 1000 Gebäude liegen nicht an einer Erdgas-Versorgungsleitung«, so der Bürgermeister. Ob ein Anschluss möglich sei, entscheide sich im Einzelfall über die Wirtschaftlichkeit und den von der Bundesnetzagentur gemachten Effizienzvorgaben.

Auch Tankstellen haben Ölbehälter

Bürgermeister Koch wies zudem darauf hin, dass die Stadtverwaltung nach Rücksprache mit dem zuständigen Kreisamt die Information erhalten habe, dass Ölheizungen nicht separat gezählt werden könnten, sondern insgesamt die Heizungsbehälter, in den Öl gelagert werde. Dazu gehörten beispielsweise auch Tankstellen. Demnach belaufe sich die Anzahl auf genau 1839 Heizölbehälter in Bünde.

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