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Kaufmannschaft zieht negative Bilanz des verkaufsoffenen Sonntags

»50 Prozent weniger Umsatz«

Bünde   (WB). Innenstadt voll, Einkaufstaschen aber nicht – so kann man das Ergebnis des ersten verkaufsoffenen Sonntages in diesem Jahr zusammenfassen. Das zeitgleich stattfindende Frühlingsfest erwies sich zwar als Publikumsmagnet. Davon profitierte die Kaufmannschaft aber nur bedingt.

Hilko Raske

Sehr gut besucht: das Frühlingsfest. Davon profitierte die Kaufmannschaft beim verkaufsoffenen Sonntag aber nicht. Foto: Karl-Hendrik Tittel

»Die Besucherfrequenz sowohl in der Stadt als auch in unserem Haus war hervorragend«, sagt Christoph Lanvers, Geschäftsführer des Bünder Modehauses. Erfreulich aus seiner Sicht: »Viele Auswärtige haben die Gelegenheit genutzt, um sich mit dem Angebot im Bünder Einzelhandel vertraut zu machen.«

Allerdings: »Die Leute wollen während des Frühlingsfestes nicht mit der Einkaufstüte durch die Stadt bummeln«, so seine Einschätzung. Im Vergleich zu einem reinen verkaufsoffenen Sonntag – also ohne Stadtfest – sei die Kaufbereitschaft des Publikums eher verhalten gewesen. »Das Thema Shopping steht an solchen Tagen einfach hintenan.«

Verkaufsoffene Sonntage ohne Stadtfestbindung gefordert

Mit Blick auf die derzeitigen Sondierungsgespräche zwischen CDU und FDP in Düsseldorf hoffe er, dass eine neue Landesregierung eine klare Regelung schaffe und die Anbindung der verkaufsoffenen Sonntage an Stadtfeste oder ähnliche Veranstaltungen aufhebe. »Vielleicht können wir dann im nächsten Jahr über die Termine wieder frei entscheiden.« Wenn es jedoch so weitergehe wie bisher, vernichte die Gewerkschaft Verdi mit ihrer Initiative gegen verkaufsoffene Sonntage Arbeitsplätze.

Dass der Umsatz deutlich hinter den früheren reinen verkaufsoffenen Sonntagen liegt, bestätigen auch Reinhard Rokitta (Punkt-Apotheke) und Beate Laure (Laure Bags and Travel). »Das waren 50 Prozent weniger Umsatz als an einem ›normalen‹ Verkaufsoffenen«, sagt Rokitta. Die Stadt sei zwar voll gewesen, betont Beate Laure. »Aber dadurch, dass bedingt durch das Frühlingsfest zahlreiche Buden in der Innenstadt waren, hatte das Publikum ein Überangebot.«

Es seien viele neugierige Besucher da gewesen, der Umsatz habe im Vergleich zu den Vorjahren jedoch deutlich zurückgelegen. Durch die Straßensperrungen im Vorfeld des Frühlingsfestes habe sie im Laufe der vergangenen Woche sogar Umsatzeinbußen hinnehmen müssen, klagt die Geschäftsinhaberin.

Entscheidung über Zwiebelmarkt als Termin

Die Handel Bünde GbR wolle im Gespräch mit ihren Mitgliedern den verkaufsoffenen Sonntag nun sorgfältig auswerten, informiert deren Geschäftsführer Georg Kruthoff. Während der nächsten Sitzung des GbR-Beirates am 1. Juni werde dann eine Entscheidung getroffen, ob auch der Zwiebelmarkt als Anlass eines verkaufsoffenen Sonntags in Frage kommt. »Sollte das Votum für den Zwiebelmarkt ausfallen, könnte ein entsprechender Antrag vor der Sommerpause im Stadtrat behandelt werden«, so Kruthoff.

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