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Nabu übergibt Unterschriften an Bürgermeister Koch – Thema im Bünder Planungsausschuss

900 Bürger gegen Bebauung am Feldmarkfriedhof

Bünde (WB). Knapp 900 Bünder Bürger sprechen sich gegen eine Wohnbebauung am Feldmarkfriedhof aus. Der Nabu hatte zu dem Thema Anfang Juli eine Petition gestartet – und die Unterschriften jetzt an Bürgermeister Wolfgang Koch übergeben.

Daniel Salmon

Friedhelm Diebrok (vorne links) übergibt Bürgermeister Wolfgang Koch vor dem Rathaus die Protest-Postkarten. Foto: Daniel Salmon

„Das ist schon eine beeindruckende Anzahl”, meint das Stadtoberhaupt als Nabu-Kreischef Friedhelm Diebrok ihm am Dienstagmittag eine große Box mit Postkarten in die Hand drückt. Auf die Kartenaktion unter dem Motto „Dies’ Grün muss bleiben – keine Neubauten am Feldmarkfriedhof” hatten rund 360 Bürger reagiert und sie an die Naturschützer zurückgeschickt. „Außerdem haben wir auch online Unterschriften gesammelt. Mehr als 430 sind so zusammengekommen. Weitere 110 Stimmen gegen die Bebauungspläne haben Leute auf Listen zusammengetragen”, sagt Diebrok. Er fährt fort: „Die große Beteiligung zeigt, wie viele Emotionen dieses Thema weckt. Ich hoffe, dass sich die Politik bei ihren weiteren Entscheidungen zu der Sache das Umfrageergebnis zu Herzen nimmt.“

Der Nabu will mit den Unterschriften einen Antrag untermauern, mit dem sich der Planungsausschuss am Donnerstag befasst. So fordern die Naturschützer, anstatt des Friedhofsgeländes den Heidesportplatz an der Forscherhaus-Gesamtschule für eine Bebauung mit bis zu 60 Wohnungen in Betracht zu ziehen. Wie berichtet, soll ebenfalls ein Antrag der Grünen-Fraktion in der Sitzung des Fachausschusses und im Stadtrat behandelt werden. Diese fordern, den 2017 gefassten Ratsbeschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans zurückzuholen und das Feldmark-Areal als Grünfläche zu erhalten. „Die Grünen haben wir in Sachen Feldmarkfriedhof schon auf unserer Seite und Mitglieder einiger anderer Parteien haben uns auch Unterstützung signalisiert“, so Diebrok.

„Moderate“ Bebauung vorstellbar

Bürgermeister Wolfgang Koch hält auf der rund 9000 Quadratmeter großen Fläche an der Herforder Straße zumindest eine „moderate“ und „merklich reduzierte“ Bebauung für durchaus realistisch. „Die würde aber keinesfalls so massiv ausfallen, wie die geplanten Gebäude der Senioreneinrichtung auf der gegenüberliegenden Straßenseite.“ Die „Horrorvorstellung“, dass an der Stelle ausschließlich Sozialwohnungen entstehen könnten, hält das Stadtoberhaupt für unbegründet. Zuletzt war ohnehin nur von einem Anteil von rund 20 Prozent am möglichen Gesamtbestand die Rede.

Koch gibt außerdem zu bedenken: „Bis jetzt wurde politisch nur beschlossen, dass ein Bebauungsplan aufgestellt werden soll, mehr nicht. Es ist also derzeit völlig offen, ob und wenn ja, in welchem Umfang dort Wohnungen gebaut werden.“ Er betont, dass die Stadt noch andere Flächen im Auge habe, auf denen unter anderem Sozialwohnungen entstehen könnten. „Und dazu zählt auch der Heidesportplatz für den das Forscherhaus allerdings noch eine Option hat, dort Außensportanlagen zu errichten. Da müssen wir noch abwarten. Die B&S hat ebenfalls noch mögliche Flächen zur Verfügung Wir wollen und müssen nicht auf Teufel komm’ raus die Grünfläche am Friedhof zupflastern“, stellt das Stadtoberhaupt klar.

Letztlich habe der Rat in der Angelegenheit das letzte Wort. „Aber eine abschließende Entscheidung wird es dazu vor den Kommunalwahlen nicht mehr geben können“, so Wolfgang Koch.

Protestaktion vor Sitzung

Neben Friedhelm Diebrok und seinen Nabu-Mitstreitern sind am Dienstag auch einige Bürger zur Listenübergabe auf dem Rathausvorplatz erschienen – und tun ihre Meinung kund. „Wenn dort Häuser gebaut werden, das Grün und die Bäume verschwinden, dann hat echt keiner verstanden, was so etwas mit unserem Klima macht“, empört sich etwa Petra Fischer.

Bereits seit einigen Wochen mobilisiert der Nabu immer wieder Bürger, indem er zu Infoveranstaltung rund um das Thema aufruft. Zuletzt beteiligten sich rund 100 Bürger an einer Demo gegen eine mögliche Bebauung am Feldmarkfriedhof und die Fällung des dortigen Baumbestandes (diese Zeitung berichtet exklusiv).

Auch vor der Sitzung des Planungsausschusses will der Nabu Präsenz zeigen und für sein Anliegen die Werbetrommel rühren. So sind die Naturschützer am kommenden Donnerstag ab 18 Uhr mit einem Proteststand vor dem Rathaus vertreten. Und auch vor der Ratssitzung am 3. September plant der Nabu eine Aktion.

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