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Bei Wintereinsätzen kann es schon mal zu Unfällen kommen – geparkte Autos werden zu Hindernissen

Abschied vom Seitenspiegel

Herford (WB)

Manchmal räumen die Schaufeln des Servicebetriebes Wirtschaft und Kommunen (SWK) nicht nur Schnee beiseite, sondern erwischen auch schon mal den Außenspiegel oder Kotflügel eines am Straßenrand abgestellten Fahrzeuges. Viermal ist das in der vergangenen Woche passiert.

Stephan Rechlin

Wenn ein Räumfahrzeug der SWK selber ins Rutschen kommt, ist es kaum zu stoppen. Viermal hat es deswegen in den vergangenen Woche gekracht. Foto: Moritz Winde

Falls Feuerwehr-, Polizei- oder Rettungswagen auf ihren Einsatzfahrten Unfälle bauen, dürfen sie den Einsatz zunächst fortsetzen und sich erst später um den Schaden kümmern. Doch was ist mit den Einsätzen des Winterräumdienstes? „Solche Sonderrechte besitzen wir nicht,“ sagt Wolfgang Rullkötter, Leiter der SWK. Wenn solche Unfälle passieren, sind die Fahrer seiner Auskunft zufolge verpflichtet, anzuhalten und die Polizei zu rufen. Der Räumeinsatz werde dann unterbrochen, auch wenn die Bürger dringend darauf warteten und die Stadt in hoch priorisierten Straßen zur Räumung gesetzlich verpflichtet sei. Rullkötter: „Meist passieren solche Unfälle ganz früh am Morgen. Die Polizei hat dann noch nicht so ganz viel zu tun und ist schnell an der Unfallstelle.“

So schnell wie es die Witterungslage gerade erlaubt. Wenn die SWK-Fahrer im Wintereinsatz gegen drei Uhr am Morgen ausrücken, ist es draußen noch stockfinster, ungeräumt und klirrend kalt. Rullkötter: „Die Stadt sieht dann ganz anders aus als bei Tageslicht. Es tauchen Hindernisse auf, die man noch nie zuvor gesehen hat.“

Neben den Schneebergen an den Straßen seien das in der vergangenen Woche vor allem an der Straße abgestellte Fahrzeuge gewesen. Sie verengten eine ohnehin schon schmale Fahrbahn noch mehr. Kein Fahrer ramme absichtlich in ein stehendes Fahrzeug hinein: „Aber wenn so ein mit Salz und Sole beladener Lkw erst einmal ins Rutschen kommt, hält den auch niemand mehr auf.“

Falls der SWK-Fahrer den Halter des beschädigten Fahrzeuges ermitteln könne, würde der sich auch darum kümmern: „Meistens ist aber gar nicht erkennbar, zu welchem Haus oder zu welcher Wohnung ein beschädigtes Fahrzeug gehört.“ Darum würden die Polizeibeamten den Fahrern die Suche nach dem geschädigten Fahrer abnehmen. Der könne seine Schadenersatzansprüche dann bei der SWK anmelden. Die Wintereinsätze seien von der kommunalen Versicherung mit abgedeckt.

Im Gegensatz zu den Erwartungen mancher Bürger seien Stadt und SWK keineswegs verpflichtet, alle Straßen von Schnee zu befreien. Die Stadt habe eine Liste in ihrer Straßenreinigungssatzung hinterlegt. Anlieger, die an Straßen mit der Winterdienststufe null wohnten, müssten auch keine Winterdienstgebühr bezahlen. Aber: „Sie sind dafür im Gegenzug verantwortlich, den Winterdienst in diesen Straßen selber zu organisieren. Diese Verpflichtung wird in diesen Straßen vielfach leider nicht oder nur unzureichend wahrgenommen.“

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